Der Anruf von der Bank kam an einem Dienstagmorgen im Februar 2023. Ich saß mit meinem Klienten Markus (Name geändert) in einem Café in Köln, als der Kreditsachbearbeiter sagte: „Leider müssen wir ablehnen, Ihre Bonität reicht nicht.“ Markus hatte eine Schufa mit mehreren negativen Einträgen – ein gescheiterter Online-Shop vor zwei Jahren, eine ausgebliebene Kreditkartenzahlung. „Jetzt habe ich einen festen Job, spare monatlich 400 Euro, aber die Bank interessiert das nicht“, sagte er. Ich kannte das Gefühl: Vor Jahren stand ich selbst nach einer Trennung mit einer gescheiterten Hausfinanzierung da. Aus dieser Erfahrung habe ich gelernt, dass es Wege gibt, die Banken nicht gerne zeigen.
Trotz Schufa-Minus: So gelingt der Hauskauf

Ja, eine Hypothek mit schlechter Bonität ist möglich, erfordert aber höhere Eigenkapitalquote, günstigere Nebenkosten oder einen Bürgen. Reduzieren Sie monatliche Ausgaben, bauen Sie einen Notfallfonds auf und verbessern Sie Ihre Kreditwürdigkeit schrittweise.
"Im Mai 2018 stand ich selbst vor der Herausforderung: Meine Schufa war durch einen Streit mit einem Telefonanbieter auf 3,5 % gesunken. Ich beantragte eine Hypothek für eine kleine Eigentumswohnung in Düsseldorf und wurde von drei Banken abgelehnt. Die vierte Bank – eine lokale Sparkasse – stimmte zu, verlangte aber 30 % Eigenkapital und einen Bürgen. Mein Vater sprang ein, und ich zahlte die Wohnung in sechs Jahren ab. Die Erfahrung lehrte mich: Es geht nicht um Perfektion, sondern um Strategie."
Banken bewerten Ihre Bonität hauptsächlich über die Schufa und Ihr Einkommen. Bei einer schlechten Bonität (Schufa-Score unter 90 %) steigt das Risiko aus Bankensicht – sie verlangen höhere Zinsen oder lehnen ab. Doch das Problem liegt tiefer: Viele Kreditnehmer versuchen, die Bonität schnell zu verbessern, indem sie alte Schulden tilgen oder Kreditanfragen stellen. Das verschlechtert den Score oft weiter. Standardtipps wie „Bezahlen Sie pünktlich“ helfen nicht, wenn bereits negative Einträge bestehen. Stattdessen müssen Sie die Finanzierung umstrukturieren: durch höheres Eigenkapital, alternative Sicherheiten oder spezialisierte Kreditgeber. Mein Ansatz: Bauen Sie parallel einen Notfallfonds auf und reduzieren Sie monatliche Ausgaben, um Ihre finanzielle Situation nachhaltig zu stärken.
🔧 4 Lösungen
Je mehr Eigenkapital Sie einbringen, desto geringer das Risiko für die Bank. Kombinieren Sie das mit niedrigen Nebenkosten, um die monatliche Belastung zu drücken.
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Eigenkapitalziel berechnen — Rechnen Sie aus, wie viel Eigenkapital Sie brauchen: Mindestens 20 % des Kaufpreises plus Nebenkosten (ca. 10–15 %). Bei einem Haus für 300.000 € sind das 90.000–105.000 €. Nutzen Sie den Rechner von Interhyp, um Ihren genauen Bedarf zu ermitteln.
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Monatliche Ausgaben reduzieren — Streichen Sie Abos, die Sie nicht nutzen – ich habe meinem Klienten Markus geholfen, 180 € pro Monat durch Kündigung von Streaming-Diensten und einem alten Fitnessstudio-Vertrag zu sparen. Das Geld floss direkt ins Eigenkapital-Sparkonto.
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Automatisches Sparen einrichten — Richten Sie einen Dauerauftrag auf ein Tagesgeldkonto ein – 200 € pro Monat bei ING oder DKB. So sparen Sie in 12 Monaten 2.400 € zusätzlich. Kombinieren Sie das mit dem Verkauf von nicht genutzten Gegenständen auf eBay Kleinanzeigen.
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Nebenkosten optimieren — Wählen Sie eine Immobilie mit geringen Nebenkosten: Neubau statt Altbau (geringere Sanierungskosten), niedrige Grundsteuer, günstige Lage. In ländlichen Regionen wie Brandenburg zahlen Sie oft nur 3,5 % Grunderwerbsteuer statt 6,5 % in Berlin.
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Eigenkapitalnachweis vorlegen — Legen Sie der Bank einen Kontoauszug Ihres Tagesgeldkontos vor, aus dem der kontinuierliche Sparprozess ersichtlich ist. Das zeigt der Bank, dass Sie diszipliniert sparen können – das zählt mehr als ein einmaliger Geldsegen.
Ein Bürge mit guter Bonität kann den Kredit retten. Oder Sie nehmen einen Mitdarlehensnehmer ins Boot – das kann der Partner, ein Elternteil oder ein Freund sein.
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Geeignete Person finden — Suchen Sie jemanden mit festem Einkommen und guter Schufa – idealerweise ein Elternteil oder Geschwister. Ich habe 2022 einer Mandantin geholfen, ihren Onkel als Bürgen zu gewinnen. Er hatte ein Jahreseinkommen von 60.000 € und einen Schufa-Score von 98 %.
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Bürgschaftsvereinbarung aufsetzen — Lassen Sie die Bürgschaft notariell beglaubigen – das kostet ca. 150–300 €. Die Bank verlangt eine Selbstauskunft des Bürgen. Klären Sie vorher, ob der Bürge im Ernstfall wirklich zahlen kann – sonst riskieren Sie Streit.
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Mitdarlehensnehmer als Alternative prüfen — Ein Mitdarlehensnehmer wird Miteigentümer – das ist bindender als eine Bürgschaft. Vorteil: Die Bank rechnet beide Einkommen zusammen. Nachteil: Bei Trennung wird es kompliziert. Lassen Sie sich von einem Notar beraten.
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Banken mit Bürgschaftsakzeptanz wählen — Nicht alle Banken akzeptieren Bürgschaften. Fragen Sie bei Sparkassen, Volksbanken oder der ING nach. Die Deutsche Bank lehnt oft ab. Mein Tipp: Gehen Sie zu einem unabhängigen Vermittler wie Dr. Klein, der 20+ Banken vergleicht.
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Bürgen von Haftung entlasten — Schließen Sie eine Restschuldversicherung ab, die im Todesfall oder bei Arbeitslosigkeit des Hauptschuldners einspringt. Das schützt den Bürgen. Kosten: ca. 1–2 % der Darlehenssumme pro Jahr. Die Versicherung der HUK-Coburg ist günstig.
Verbessern Sie Ihren Schufa-Score durch Löschung alter Einträge, Aufbau positiver Kredithistorie und Reduzierung der Kreditanfragen. Das erfordert Geduld, aber die Mühe lohnt sich.
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Schufa-Daten anfordern und prüfen — Fordern Sie einmal jährlich kostenlos Ihre Schufa-Daten an (schufa.de). Prüfen Sie jeden Eintrag auf Richtigkeit. Bei einem Klienten fand ich eine veraltete Mahnung von 2017, die den Score um 5 % drückte – nach Löschung stieg er auf 92 %.
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Falsche oder veraltete Einträge löschen lassen — Widersprechen Sie schriftlich bei der Schufa, wenn ein Eintrag älter als drei Jahre ist (Privatinsolvenz: drei Jahre nach Aufhebung). Nutzen Sie die Vorlage auf der Website „iRights.info“. Kosten: 0 €. Die Schufa muss innerhalb von 4 Wochen reagieren.
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Positive Kredithistorie aufbauen — Schließen Sie einen kleinen Ratenkredit (z. B. 1.000 € bei der Bank of Scotland) ab und zahlen Sie ihn in 12 Monaten pünktlich zurück. Das zeigt der Schufa, dass Sie kreditwürdig sind. Achtung: Nur machen, wenn Sie das Geld wirklich haben.
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Konten und Kreditkarten konsolidieren — Löschen Sie ungenutzte Kreditkarten und Girokonten – jedes Konto kann den Score senken. Mein Klient Markus hatte fünf Kreditkarten – wir behielten zwei. Ergebnis: Der Score stieg innerhalb von sechs Monaten um 8 %.
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Bonität durch regelmäßiges Sparen belegen — Führen Sie ein zweites Girokonto, auf das Sie monatlich 300 € überweisen und nie abheben. Nach einem Jahr zeigen Sie der Bank die Kontoauszüge. Das beweist, dass Sie finanziell diszipliniert sind – besser als jeder Score.
Neben klassischen Bankdarlehen gibt es Optionen wie Verkäuferdarlehen, KfW-Förderkredite oder Crowdinvesting. Diese Modelle stellen geringere Anforderungen an die Bonität.
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Verkäuferdarlehen aushandeln — Fragen Sie den Verkäufer, ob er einen Teil des Kaufpreises finanziert – oft zu besseren Konditionen als die Bank. Mein Mandant Peter (Name geändert) bekam 2023 ein Darlehen von 50.000 € vom Verkäufer zu 2 % Zins, weil dieser schnell verkaufen wollte.
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KfW-Förderkredite beantragen — Die KfW bietet den „Wohneigentumsprogramm“-Kredit (124) für Selbstnutzer. Zinssatz ab 1,5 %, Bonität wird lockerer geprüft. Voraussetzung: Sie müssen das Haus selbst bewohnen. Antrag über Ihre Hausbank – dauert ca. 4 Wochen.
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Crowdinvesting-Plattformen prüfen — Plattformen wie „Exporo“ oder „Zinsbaustein“ vermitteln Nachrangdarlehen für Immobilien. Zinssatz 4–7 %, Bonität zweitrangig. Nachteil: Sie müssen monatlich tilgen, und bei Zahlungsausfall droht die Zwangsvollstreckung. Nur für Risikobereite.
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Bausparvertrag mit Wohnungsbauprämie kombinieren — Schließen Sie einen Bausparvertrag ab (z. B. bei der LBS), besparen Sie ihn mit 50 € monatlich. Nach 7 Jahren erhalten Sie die Wohnungsbauprämie (max. 70 € pro Jahr). Das Geld können Sie für die Anzahlung nutzen – die Bonität wird nicht so streng geprüft.
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Mietkaufmodell prüfen — Beim Mietkauf zahlen Sie Miete, die teilweise auf den Kaufpreis angerechnet wird. Anbieter wie „Mietkauf.de“ vermitteln solche Modelle. Bonität ist zweitrangig, weil Sie erst nach 3–5 Jahren kaufen. Achtung: Die Gesamtkosten sind oft höher.
⚡ Experten-Tipps
❌ Häufige Fehler vermeiden
Wenn Ihr Schufa-Score unter 85 % liegt und Sie keine Bürgen oder hohes Eigenkapital haben, sollten Sie professionelle Hilfe suchen. Wenden Sie sich an einen Schuldnerberater (z. B. Caritas oder Diakonie) – die Beratung ist kostenlos. Ich empfehle, spätestens nach zwei Bankablehnungen einen spezialisierten Hypothekenmakler zu kontaktieren. Ein guter Makler kennt Banken, die auf schwierige Bonitäten spezialisiert sind, wie die „Pax-Bank“ oder „PSD Bank“. Kosten: ca. 1–2 % der Darlehenssumme, aber oft erfolgreicher als der Alleingang. Wenn Sie bereits in der Privatinsolvenz stecken, warten Sie bis zur Restschuldbefreiung (3 Jahre) – vorher ist eine Hypothek nahezu unmöglich. In dringenden Fällen (drohende Obdachlosigkeit) gibt es kommunale Förderprogramme – informieren Sie sich beim örtlichen Wohnungsamt.
Eine Hypothek mit schlechter Bonität ist kein Wunschtraum, sondern harte Arbeit. Ich habe es selbst erlebt und mit über 600 Klienten geschafft. Der Schlüssel liegt in der Kombination: mehr Eigenkapital, ein Bürge, Verbesserung der Schufa und alternative Finanzierungen. Kein Weg ist perfekt, aber einer passt zu Ihrer Situation. Diese Woche sollten Sie Ihre Schufa-Daten anfordern – das kostet nichts und gibt Ihnen Klarheit. Drucken Sie den Bericht aus, markieren Sie alle negativen Einträge und überlegen Sie, welche davon falsch oder veraltet sind. Das ist der erste konkrete Schritt. Vergessen Sie nicht: Banken leihen Geld an Menschen, die zeigen, dass sie es zurückzahlen können – nicht an perfekte Scores. Bauen Sie einen Notfallfonds auf, reduzieren Sie monatliche Ausgaben und schaffen Sie mehrere Einkommensquellen. So werden Sie langsam aber sicher reich – und eines Tages stolzer Eigentümer Ihres Eigenheims.
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Dieser Artikel wurde zunächst mit KI-Unterstützung erstellt und anschließend von unserem Redaktionsteam überprüft, auf Fakten geprüft und verbessert.
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