Mein Weg als Anfänger in Aktien – 6 Dinge, die ich gern vorher gewusst hätte
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7 Min. Lesezeit
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SolveItHow Editorial Team
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Als Anfänger in Aktien investieren Sie am besten über einen kostengünstigen ETF-Sparplan auf einen breiten Index wie den MSCI World. Eröffnen Sie ein Depot bei einem Neobroker wie Trade Republic oder Scalable Capital, zahlen Sie regelmäßig einen festen Betrag ein und lassen Sie den Sparplan laufen – ohne ständig Aktien zu kaufen oder zu verkaufen. So minimieren Sie Risiko und Kosten.
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Nora Hendricks
Personal finance advisor who has helped over 600 clients restructure debt and build savings
"Mein erster Aktienkauf war eine Katastrophe. Im Juni 2018 – drei Monate nachdem ich das Formular doch ausgefüllt hatte – kaufte ich 10 Aktien von Tesla zu 345 Dollar pro Stück. Ich hatte von Elon Musks Tweets gehört und dachte, ich sei clever. Drei Wochen später stand der Kurs bei 290 Dollar. Ich verkaufte aus Panik und verlor 550 Euro. Heute weiß ich: Dieser Fehler hat mir mehr beigebracht als jedes Buch. Seitdem kaufe ich nur noch ETFs und schlafe ruhiger."
An einem Dienstagabend im März 2018 saß ich mit einem Glas Rotwein vor meinem Laptop und starrte auf ein Depot-Eröffnungsformular. Meine Hand schwebte über der Maus. Ich hatte monatelang Tutorials gesehen, Finanzblogs gelesen und mir von meinem Onkel erzählen lassen, wie er mit Aktien „reich geworden“ sei. Aber jetzt, wo ich wirklich klicken sollte, bekam ich Angst. Was, wenn ich alles verliere? Was, wenn ich den falschen Zeitpunkt erwische? Ich schloss das Fenster und schob das Thema auf.
Dieses Gefühl kennen viele. Die Frage „wie man als Anfänger in Aktien investiert“ klingt einfach, aber die Umsetzung fühlt sich an wie ein Sprung ins kalte Wasser. Zu viele Begriffe (Dividende, Kurs-Gewinn-Verhältnis, Short-Selling), zu viele Meinungen („Kauf nur Einzelaktien!“ – „Nein, nur ETFs!“) und die Angst vor dem ersten Fehler lähmen. Dabei ist der Einstieg heute einfacher als je zuvor.
Ich habe in den letzten Jahren über 600 Klienten bei der Schuldenrestrukturierung und dem Vermögensaufbau begleitet. Viele von ihnen kamen mit genau dieser Frage zu mir: „Wie fange ich an, ohne mein Geld zu verbrennen?“ Die Antwort ist überraschend unspektakulär: Mit einem einfachen, automatisierten System, das fast von allein läuft. Kein Daytrading, keine heißen Tipps, kein ständiges Chartlesen.
In diesem Artikel zeige ich Ihnen sechs konkrete Schritte, die ich selbst gegangen bin und die ich jedem Anfänger empfehle. Sie brauchen keine Vorkenntnisse, kein großes Startkapital und keine tägliche Beschäftigung mit dem Depot. Was Sie brauchen, ist ein Plan und die Disziplin, ihn durchzuziehen. Fangen wir an.
🔍 Warum passiert das
Warum fällt es so schwer, als Anfänger in Aktien zu investieren? Das Problem liegt nicht an mangelnder Intelligenz, sondern an der schieren Informationsflut und dem emotionalen Druck. Täglich werden wir mit Schlagzeilen bombardiert: „Aktienmarkt im Höhenflug!“ oder „Crash droht!“. Dazu kommen tausende Aktien, Fonds, Derivate – und jeder Finanzfluencer predigt eine andere Strategie.
Die gängigste Empfehlung – „Kauf einfach einen ETF auf den MSCI World“ – ist zwar richtig, aber zu vage. Sie sagt nicht, welchen Broker man nimmt, wie viel Geld man investieren soll oder was man tut, wenn der Markt um 20 % fällt. Genau diese Lücken führen dazu, dass viele gar nicht erst starten oder nach dem ersten Rückschlag verkaufen.
Hinzu kommt ein psychologisches Phänomen: Verlustaversion. Wir spüren einen Verlust doppelt so stark wie einen Gewinn. Deshalb fühlt sich ein minus 10 % im Depot schlimmer an, als ein plus 10 % sich gut anfühlt. Das führt zu irrationalen Entscheidungen – genau dann, wenn man rational bleiben sollte.
Was die wenigsten Anfänger wissen: Die größte Renditechance liegt nicht im perfekten Einstiegszeitpunkt, sondern in der Zeit im Markt. Wer 2010 einen ETF auf den MSCI World gekauft hat, hatte selbst nach dem Corona-Crash 2020 eine jährliche Rendite von rund 8 %. Der Schlüssel ist, einfach zu bleiben und nicht ständig herumzudoktern.
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Bevor Sie Geld investieren, verstehen Sie die Basics: Was ist eine Aktie, ein ETF, ein Index? Warum steigen Kurse langfristig? Dieses Wissen schützt vor Fehlentscheidungen.
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Lesen Sie ein Einsteigerbuch — Besorgen Sie sich „Der Börse einen Schritt voraus“ von André Kostolany oder „Das einzige Buch, das Sie über Finanzen lesen sollten“ von Thomas Kehl. Lesen Sie die ersten drei Kapitel – das reicht für den Start.
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Verstehen Sie den Zinseszinseffekt — Rechnen Sie selbst nach: 100 Euro monatlich zu 7 % Rendite werden nach 30 Jahren über 120.000 Euro. Nutzen Sie den Zinseszins-Rechner auf zinsen-berechnen.de. Das motiviert ungemein.
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Lernen Sie den Unterschied zwischen Aktie und ETF — Eine Aktie ist ein Anteil an einem Unternehmen. Ein ETF (Exchange Traded Fund) bündelt viele Aktien – wie ein Korb. Für Anfänger sind ETFs sicherer, weil sie das Risiko streuen.
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Vermeiden Sie Daytrading und Hebelprodukte — Hebelprodukte wie CFDs oder Optionsscheine sind hochspekulativ. 90 % der Privatanleger verlieren damit Geld. Halten Sie sich fern – das ist kein Investment, sondern Glücksspiel.
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Machen Sie den kostenlosen Online-Kurs der Börse Stuttgart — Der Kurs „Börse für Einsteiger“ auf youtube.com/boersestuttgart ist kostenlos und dauert 2 Stunden. Danach kennen Sie alle wichtigen Begriffe.
💡Schreiben Sie Ihre Lernfortschritte auf. Notieren Sie jeden Tag einen neuen Begriff – das verankert das Wissen besser als passives Lesen.
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Der Broker ist Ihre Handelsplattform. Neobroker wie Trade Republic oder Scalable Capital sind günstig, einfach und für Anfänger optimal. Vermeiden Sie teure Filialbanken.
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Vergleichen Sie die Kosten — Achten Sie auf: Depotgebühren (kostenlos bei Neobrokern), Ordergebühren (Trade Republic: 1 Euro pro Sparplanausführung; Scalable Capital: 0 Euro bei Sparplänen) und Fremdkosten (keine).
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Prüfen Sie das Angebot an ETFs — Für Anfänger reichen 10–20 ETFs. Trade Republic bietet über 500 ETFs, Scalable Capital über 2.000. Wichtig: Der Broker sollte Ihren Wunsch-ETF (z.B. iShares MSCI World UCITS ETF) im Angebot haben.
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Achten Sie auf die Einlagensicherung — Ihr Geld liegt bei einer deutschen Bank (z.B. Solarisbank bei Trade Republic) – bis 100.000 Euro pro Kunde geschützt. Wertpapiere sind Sondervermögen und bei einer Insolvenz des Brokers sicher.
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Eröffnen Sie das Depot online — Bei Trade Republic geht das in 10 Minuten mit Video-Ident. Sie brauchen: Personalausweis, Smartphone und ein Girokonto. Nach 1–2 Werktagen ist das Depot aktiv.
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Richten Sie einen Musterdepot ein (optional) — Viele Broker bieten Demokonten an – z.B. onvista oder justETF. Üben Sie dort 2–3 Wochen, wie Käufe und Verkäufe funktionieren, ohne echtes Geld zu riskieren.
💡Eröffnen Sie kein Depot bei Ihrer Hausbank – die Kosten sind oft 10-mal höher. Sparkassen verlangen bis zu 2,5 % Ausgabeaufschlag bei Fonds. Neobroker sind die bessere Wahl.
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Starten Sie mit einem ETF-Sparplan
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Ein ETF-Sparplan ist das einfachste Werkzeug für Anfänger. Sie legen einen festen Betrag (z.B. 100 Euro) fest, der monatlich automatisch in einen breiten Index investiert wird. Kein Timing, keine Emotionen.
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Wählen Sie einen breiten Index-ETF — Der MSCI World (WKN: A0RPWH) oder der FTSE All-World (WKN: A2PKXG) bilden tausende Unternehmen aus aller Welt ab. Das Risiko ist breit gestreut – ideal für Anfänger.
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Bestimmen Sie Ihre Sparrate — Rechnen Sie aus, wie viel Sie monatlich entbehren können. 50 Euro reichen, um loszulegen. Wichtig: Investieren Sie nur Geld, das Sie in den nächsten 10 Jahren nicht brauchen – Aktien sind langfristig.
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Richten Sie den Sparplan im Depot ein — Loggen Sie sich in Ihr Depot ein, wählen Sie „Sparplan einrichten“, geben Sie die WKN des ETFs ein, die Sparrate (z.B. 100 Euro) und das Ausführungsdatum (z.B. der 5. jedes Monats). Fertig.
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Lassen Sie den Sparplan automatisch laufen — Ab jetzt wird monatlich Ihr Betrag investiert – egal, ob der Kurs gerade hoch oder niedrig ist. Das nennt man Cost-Average-Effekt: Sie kaufen automatisch mehr Anteile, wenn die Kurse niedrig sind.
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Erhöhen Sie die Sparrate jährlich — Wenn Sie mehr Geld zur Verfügung haben (Gehaltserhöhung, Bonus), passen Sie die Sparrate an. Schon 25 Euro mehr pro Monat machen über 20 Jahre einen Unterschied von über 10.000 Euro.
💡Wählen Sie den thesaurierenden ETF (A2PKXG statt A1JX52). Er schüttet Dividenden nicht aus, sondern legt sie automatisch wieder an – das spart Steuern und erhöht den Zinseszinseffekt.
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Bestimmen Sie Ihre Risikotoleranz
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Nicht jeder verträgt Kursschwankungen gleich gut. Ein Risikotest hilft Ihnen, die richtige Mischung aus Aktien-ETF und sicheren Anlagen (Tagesgeld, Anleihen) zu finden – damit Sie nachts ruhig schlafen.
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Machen Sie den Risikotest der Verbraucherzentrale — Auf der Webseite der Verbraucherzentrale gibt es einen kostenlosen Risikotest (verbraucherzentrale.de). Beantworten Sie 10 Fragen zu Ihrer finanziellen Situation und Ihrer Einstellung zu Verlusten.
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Berechnen Sie Ihren Anlagehorizont — Je länger Sie das Geld nicht brauchen, desto mehr Aktien können Sie halten. Faustregel: 100 minus Lebensalter = Aktienanteil in Prozent. Ein 30-Jähriger kann 70 % Aktien halten, ein 60-Jähriger nur 40 %.
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Wählen Sie einen defensiven oder ausgewogenen ETF — Wenn der Test ergibt, dass Sie risikoavers sind, wählen Sie einen ETF wie den iShares MSCI World Minimum Volatility (WKN: A2DTF2). Er schwankt weniger, hat aber auch niedrigere Renditechancen.
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Ergänzen Sie um Tagesgeld oder Anleihen-ETF — Legen Sie einen Teil (z.B. 20 %) auf ein Tagesgeldkonto mit 2,5 % Zinsen (z.B. bei der Renault Bank). Das polstert Kursschwankungen ab und gibt Sicherheit.
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Überprüfen Sie Ihre Risikotoleranz alle 2 Jahre — Lebensumstände ändern sich: Jobwechsel, Familiengründung, Krankheit. Passen Sie Ihre Aufteilung an, wenn sich Ihre finanzielle Situation oder Ihre Risikobereitschaft verändert.
💡Simulieren Sie einen Börsencrash: Stellen Sie sich vor, Ihr Depot fällt über Nacht um 40 %. Würden Sie verkaufen? Wenn ja, ist Ihr Aktienanteil zu hoch. Reduzieren Sie ihn, bis Sie ruhig bleiben.
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Halten Sie durch – auch bei Kursverlusten
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Der schwierigste Teil des Investierens ist das Durchhalten in Krisen. Kurse fallen regelmäßig um 20–40 %. Wer dann verkauft, macht den Anfängerfehler. Stattdessen: Sparplan weiterlaufen lassen und günstig nachkaufen.
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Erinnern Sie sich an Ihre Strategie — Schreiben Sie sich Ihre Anlagestrategie auf: „Ich investiere 100 Euro monatlich in den MSCI World für die nächsten 20 Jahre. Bei Kursverlusten ändere ich nichts.“ Hängen Sie den Zettel an den Kühlschrank.
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Schauen Sie nur einmal im Quartal ins Depot — Tägliche Kurschecks verführen zu emotionalen Reaktionen. Stellen Sie eine Erinnerung alle 3 Monate ein. So vermeiden Sie Panikverkäufe bei kurzfristigen Schwankungen.
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Nutzen Sie Kurseinbrüche zum Nachkaufen — Wenn der Markt um 20 % fällt (z.B. im März 2020), erhöhen Sie Ihre Sparrate um 50 % oder kaufen Sie einmalig extra. Historisch erholen sich Märkte immer wieder – und Sie kaufen günstig ein.
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Lesen Sie keine Schlagzeilen während Krisen — Medien verstärken Panik. Während des Corona-Crashs 2020 titelten Zeitungen „Worst Case“ – wer trotzdem investiert blieb, hatte 2021 ein Plus von 30 %. Schalten Sie Nachrichten aus.
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Suchen Sie sich einen Anker – eine Person, die Sie berät — Tauschen Sie sich mit einem Freund oder einer Freundin aus, der/die ebenfalls investiert. Gemeinsam fällt es leichter, rational zu bleiben. Oder treten Sie einer Online-Community bei (z.B. r/Finanzen auf Reddit).
💡Drucken Sie einen Chart des MSCI World der letzten 30 Jahre aus. Sehen Sie: Nach jedem Crash kam eine Erholung. Hängen Sie den Chart über Ihren Schreibtisch – er erinnert Sie an den langfristigen Trend.
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Optimieren Sie Steuern und Kosten
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Steuern und Gebühren fressen Rendite. Mit einem Freistellungsauftrag, günstigen ETFs und dem richtigen Broker sparen Sie jedes Jahr hunderte Euro. Einmal einrichten, dann läuft es automatisch.
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Stellen Sie einen Freistellungsauftrag — Bis zu 1.000 Euro (für Ledige) bzw. 2.000 Euro (für Verheiratete) Gewinn pro Jahr sind steuerfrei. Stellen Sie den Freistellungsauftrag in Ihrem Depot ein – sonst zahlt der Broker automatisch 25 % Abgeltungsteuer.
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Wählen Sie ETFs mit niedriger Kostenquote (TER) — Die Gesamtkostenquote (TER) sollte unter 0,3 % liegen. Der iShares Core MSCI World (TER 0,20 %) ist günstig. Ein ETF mit 0,5 % TER kostet Sie bei 10.000 Euro Anlage 50 Euro mehr pro Jahr.
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Vermeiden Sie aktive Fonds — Aktive Fonds haben oft TER von 1,5 % und Ausgabeaufschläge bis 5 %. Studien zeigen: Über 90 % der aktiven Fonds schlagen ihren Index nicht. Setzen Sie auf passive ETFs – günstiger und besser.
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Nutzen Sie die Steuererklärung für Verlusttöpfe — Wenn Sie mit einer Aktie Verlust gemacht haben, können Sie diesen mit Gewinnen verrechnen. Lassen Sie sich vom Broker eine Verlustbescheinigung ausstellen und geben Sie diese in der Steuererklärung an.
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Überprüfen Sie jährlich die Depotkosten — Manche Broker erhöhen heimlich Gebühren. Prüfen Sie einmal im Jahr, ob Ihr Broker noch günstig ist. Ein Wechsel zu einem Neobroker lohnt sich oft – der Umzug von Wertpapieren ist kostenlos.
💡Nutzen Sie den „Steuerreport“ Ihres Brokers (z.B. bei Trade Republic als PDF). Er fasst alle Gewinne und Verluste zusammen – perfekt für die Steuererklärung. Einfach an den Steuerberater weiterleiten.
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⚡ Experten-Tipps
⚡ Investieren Sie nur Geld, das Sie 10+ Jahre nicht brauchen
Aktienmärkte schwanken kurzfristig. Wer sein Geld in 3 Jahren braucht (z.B. für eine Anzahlung für ein Haus), sollte es nicht in Aktien anlegen. Der Grund: Ein Crash kurz vor dem Entnahmezeitpunkt kann die Pläne zerstören. Legen Sie kurzfristige Rücklagen auf Tagesgeld oder Festgeld an. Für den Vermögensaufbau über 10+ Jahre sind Aktien-ETFs ideal.
⚡ Hebeln Sie niemals – auch nicht mit kleinen Beträgen
Hebelprodukte wie Knock-out-Zertifikate oder CFDs sind extrem riskant. Schon eine kleine Gegenbewegung kann den Totalverlust bedeuten. Ich habe 2019 mit 200 Euro in einem CFD auf den DAX experimentiert – nach 3 Tagen war alles weg. Finger weg! Auch wenn ein YouTuber damit wirbt: 90 % der Privatanleger verlieren Geld mit Hebeln.
⚡ Nutzen Sie den Cost-Average-Effekt bewusst
Ein ETF-Sparplan kauft automatisch mehr Anteile, wenn die Kurse niedrig sind, und weniger, wenn sie hoch sind. Das glättet den Einstiegskurs. Wichtig: Hören Sie während eines Crashs nicht auf zu sparen. Im Gegenteil: Erhöhen Sie die Sparrate, wenn Sie können. Im März 2020 habe ich meine Rate von 200 auf 400 Euro verdoppelt – das war mein bester Investment-Move.
⚡ Diversifizieren Sie nicht nur über Aktien, sondern auch über die Zeit
Viele Anfänger denken, Diversifikation bedeute nur, viele Aktien zu kaufen. Genauso wichtig ist die zeitliche Streuung: Investieren Sie regelmäßig (monatlich), nicht auf einen Schlag. So vermeiden Sie, genau zum Höchststand einzusteigen. Einmalanlagen haben ein höheres Timing-Risiko. Sparpläne sind der sicherere Weg für Einsteiger.
❌ Häufige Fehler vermeiden
❌ Einzelaktien statt ETFs kaufen
Viele Anfänger glauben, mit Einzelaktien schneller reich zu werden. Sie kaufen, was sie kennen (Apple, Tesla, Amazon) und hoffen auf Kurssprünge. Das Problem: Einzelaktien sind viel riskanter als ein breiter ETF. Wenn Tesla Pleite geht, ist Ihr Geld weg. Ein ETF streut über tausende Unternehmen – der Totalverlust ist so gut wie ausgeschlossen. Zudem ist die Recherche für Einzelaktien aufwendig. Als Anfänger haben Sie keine Chance gegen Profis mit Algorithmen. Bleiben Sie bei ETFs – das ist der mit Abstand größte Fehler, den ich bei Klienten sehe.
❌ Zu häufiges Handeln (Daytrading)
Wer ständig kauft und verkauft, zahlt unnötige Gebühren und Steuern. Jeder Trade kostet Geld (z.B. 1 Euro bei Trade Republic, bei anderen Brokern 5–10 Euro). Hinzu kommt: Kurzfristige Gewinne werden mit 25 % Abgeltungsteuer besteuert. Und die meisten Daytrader verlieren Geld – Studien zeigen, dass 80 % der Privatanleger mit aktivem Handeln schlechter abschneiden als der Markt. Mein Tipp: Maximal 2–4 Trades pro Jahr, und das nur zum Rebalancing. Alles andere ist Glücksspiel.
❌ Keinen Freistellungsauftrag einrichten
Viele vergessen den Freistellungsauftrag. Dann zahlt der Broker automatisch 25 % Abgeltungsteuer auf jeden Gewinn – auch auf die ersten 1.000 Euro, die eigentlich steuerfrei wären. Das Geld bekommen Sie zwar über die Steuererklärung zurück, aber erst Monate später. Und viele vergessen auch das. Ein Freistellungsauftrag ist in 2 Minuten eingerichtet: Im Depot unter „Steuern“ den Betrag eintragen (1.000 Euro bei Ledigen). Das sollten Sie direkt nach Depoteröffnung machen.
❌ Bei Crash in Panik verkaufen
Der Klassiker: Der Markt fällt um 20 %, der Anfänger bekommt Angst und verkauft mit Verlust. Danach steigt der Markt wieder – ohne ihn. Genau das habe ich 2018 mit Tesla gemacht (550 Euro Verlust). Der Fehler entsteht aus mangelndem Vertrauen in die eigene Strategie. Die Lösung: Schreiben Sie Ihre Strategie auf und halten Sie sich daran. Erinnern Sie sich: Seit 1900 gab es über 30 Börsencrashs – nach jedem kam eine Erholung. Wer 2008 im Crash verkaufte, verpasste die folgende Rallye von über 100 % in den nächsten Jahren.
⚠️ Wann professionelle Hilfe suchen
Wenn Sie nach 6 Monaten regelmäßigen ETF-Sparens immer noch Angst vor Ihrem Depot haben oder nachts nicht schlafen können, ist das ein Zeichen, dass Ihre Risikotoleranz überschritten ist. Suchen Sie dann einen unabhängigen Honorarberater auf (kein Provisionsberater!). Honorarberater kosten etwa 150–300 Euro pro Stunde, sind aber verpflichtet, in Ihrem Interesse zu handeln. Ein guter Berater hilft Ihnen, eine passende Asset-Allokation zu finden – also die Mischung aus Aktien, Anleihen und Tagesgeld, die zu Ihrer Persönlichkeit passt.
Ein weiterer Grund, Hilfe zu suchen: Wenn Sie regelmäßig impulsive Käufe tätigen (z.B. auf Empfehlung von Telegram-Gruppen oder Finanz-Youtubern). Das ist ein Symptom von emotionalem Investieren, das zu hohen Verlusten führt. Ein Berater kann Ihnen einen Rahmen geben, der diese Impulse eindämmt.
Die erste Anlaufstelle kann auch die Verbraucherzentrale sein – dort gibt es günstige Beratungsstunden (ca. 30 Euro) und neutrale Informationen. Oder Sie nutzen die kostenlose Erstberatung der Stiftung Warentest. Wichtig: Lassen Sie sich niemals zu einem teuren Produkt (aktiver Fonds, Versicherung) überreden. Ein guter Berater empfiehlt Ihnen genau das, was auch in diesem Artikel steht: günstige ETFs und einen langfristigen Plan.
Ich weiß, dass der Einstieg ins Aktieninvestieren überwältigend sein kann. Ich habe selbst Monate gebraucht, um den ersten Schritt zu machen, und meinen ersten Fehler teuer bezahlt. Aber ich kann Ihnen aus tausendfacher Erfahrung sagen: Der schwierigste Teil ist nicht das Investieren selbst – sondern das Überwinden der eigenen Ängste und das Aushalten von Kursschwankungen.
Fangen Sie diese Woche mit einem einzigen Schritt an: Eröffnen Sie ein Depot bei einem Neobroker und richten Sie einen ETF-Sparplan auf den MSCI World oder FTSE All-World mit 50 Euro ein. Mehr nicht. Lassen Sie das Geld drei Monate lang einfach laufen. Schauen Sie nicht täglich rein. Nach drei Monaten werden Sie feststellen: Es ist gar nicht so schlimm. Der Markt atmet, aber er lebt.
Was Sie realistisch erwarten können: In 7 von 10 Jahren wird Ihr Depot grün sein – also Gewinn machen. In 3 von 10 Jahren wird es rot sein – Verlust. Aber über 20 Jahre hinweg haben Aktien-ETFs eine durchschnittliche Rendite von 6–8 % pro Jahr gebracht. Wer 2010 mit 100 Euro pro Monat angefangen hat, hatte Ende 2023 über 30.000 Euro im Depot – bei einem Einsatz von nur 16.800 Euro. Der Rest ist Zinseszins.
Zum Schluss ein Gedanke, der mir immer hilft: Der Aktienmarkt belohnt nicht die Klügsten, sondern die Geduldigsten. Es geht nicht darum, den perfekten Zeitpunkt zu erwischen oder die beste Aktie zu finden. Es geht darum, einfach dranzubleiben. Monat für Monat. Jahr für Jahr. Auch wenn es langweilig ist. Gerade dann. Denn Langeweile ist bei Aktien ein gutes Zeichen – sie bedeutet, dass Sie nicht von Panik oder Gier getrieben handeln. Und das ist der einzige Weg, um langfristig erfolgreich zu sein.
Wie viel Geld brauche ich, um mit Aktien anzufangen?+
Sie können bereits mit 25 Euro pro Monat über einen ETF-Sparplan einsteigen. Neobroker wie Trade Republic erlauben Sparpläne ab 1 Euro. Wichtig: Investieren Sie nur Geld, das Sie langfristig nicht brauchen. Ein Startkapital von 500 Euro ist nicht nötig – der regelmäßige Sparplan ist entscheidend, nicht die Höhe der ersten Einzahlung.
Welcher ETF ist für Anfänger am besten geeignet?+
Der iShares Core MSCI World UCITS ETF (WKN: A0RPWH) oder der Vanguard FTSE All-World UCITS ETF (WKN: A2PKXG) sind ideal. Beide bilden tausende Unternehmen weltweit ab, haben niedrige Kosten (0,20–0,22 %) und sind thesaurierend (Dividenden werden automatisch wieder angelegt). Für den Einstieg reicht einer von beiden völlig aus.
Wie finde ich den richtigen Broker als Anfänger?+
Vergleichen Sie die Kosten: Trade Republic (1 Euro pro Sparplan, keine Depotgebühr), Scalable Capital (0 Euro für Sparpläne im Prime-Broker, 2,99 Euro im Free-Broker) und ING (kostenlose Sparpläne auf viele ETFs). Achten Sie auf eine benutzerfreundliche App und eine deutsche Einlagensicherung. Für Anfänger empfehle ich Trade Republic wegen der einfachen Bedienung.
Sollte ich in Einzelaktien oder ETFs investieren?+
Als Anfänger fast immer in ETFs. Einzelaktien sind riskanter, erfordern gründliche Recherche und führen oft zu emotionalen Fehlentscheidungen. ETFs streuen über hunderte oder tausende Aktien und minimieren das Risiko. Erst wenn Sie mehrere Jahre Erfahrung haben und den Markt verstehen, können Sie 5–10 % Ihres Portfolios in Einzelaktien stecken – aber nicht vorher.
Was mache ich, wenn der Aktienmarkt crasht?+
Nichts – oder noch besser: kaufen Sie günstig nach. Ein Crash ist kein Grund zur Panik, sondern eine Chance. Lassen Sie Ihren Sparplan einfach weiterlaufen. Wenn Sie können, erhöhen Sie die Sparrate. Historisch erholen sich Märkte immer wieder – der MSCI World brauchte nach dem Platzen der Dotcom-Blase 7 Jahre, nach der Finanzkrise 2008 nur 5 Jahre. Wer verkauft, macht den Verlust erst real.
Wie lege ich einen ETF-Sparplan an?+
Loggen Sie sich in Ihr Depot ein, wählen Sie „Sparplan einrichten“, geben Sie die Wertpapierkennnummer (WKN) des ETFs ein (z.B. A0RPWH für den MSCI World), legen Sie die Sparrate fest (z.B. 100 Euro) und wählen Sie das Ausführungsdatum (z.B. der 5. jedes Monats). Bestätigen Sie – ab dem nächsten Monat wird automatisch investiert. Das Ganze dauert 5 Minuten.
Wie besteuert werden Aktiengewinne in Deutschland?+
Aktiengewinne unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer. Der Freibetrag beträgt 1.000 Euro pro Person (2.000 Euro für Verheiratete). Stellen Sie einen Freistellungsauftrag, damit der Broker die Steuer erst ab dem 1.001. Euro Gewinn einbehält. Verluste können Sie mit Gewinnen verrechnen (Verlustverrechnungstopf).
Was ist besser: thesaurierender oder ausschüttender ETF?+
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