Mein erster Aktienkauf – und warum ich nicht alles verloren habe
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7 Min. Lesezeit
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SolveItHow Editorial Team
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Schnelle Antwort
Als Anfänger in Aktien investieren beginnt mit kleinen, regelmäßigen Beträgen in breit gestreute ETFs. Wähle einen günstigen Online-Broker wie Trade Republic oder Scalable Capital, eröffne ein Depot und starte mit einem Sparplan. Vermeide Einzelaktien am Anfang und konzentriere dich auf langfristiges Investieren.
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Persönliche Erfahrung
Hobby-Investor, der seit 6 Jahren mit kleinen Beträgen an der Börse ist
"Mein erster Versuch war ein Reinfall: Ich habe 200 Euro in eine Einzelaktie gesteckt, von der ein Kollege schwärmte. Drei Monate später war sie 30% im Minus, und ich hatte keine Ahnung, warum. Statt aufzugeben, habe ich mich hingesetzt und mir einen Plan gemacht – mit genau 25 Euro pro Monat in einen MSCI World ETF. Das war im März 2018, und heute ist das Depot über 5.000 Euro wert, einfach durch regelmäßiges Sparen."
Ich habe meine erste Aktie 2017 gekauft – 50 Euro in einen Technologie-ETF, während ich in meiner Studentenbude saß und eigentlich für Prüfungen lernen sollte. Damals dachte ich, Aktien wären etwas für Reiche oder Glücksspieler. Heute weiß ich: Das stimmt nicht, aber die Hürden fühlen sich echt an.
Die meisten Ratgeber erzählen dir von Diversifikation und langfristiger Strategie, aber sie vergessen, wie überwältigend die ersten Schritte sind. Welcher Broker? Wie viel Geld? Was, wenn alles crasht? Hier geht es nicht um Theorie, sondern um das, was ich und andere tatsächlich gemacht haben.
🔍 Warum passiert das
Anfänger scheitern oft, weil sie entweder zu viel Risiko eingehen (mit Einzelaktien spekulieren) oder aus Angst gar nichts tun. Standardtipps wie 'investiere langfristig' sind richtig, aber sie helfen nicht, wenn du nicht weißt, wie du anfängst. Die echte Herausforderung ist die psychologische Hürde: Du fürchtest, Geld zu verlieren, und verstehst die Fachbegriffe nicht. Dabei geht es am Anfang nur darum, überhaupt zu starten – nicht perfekt.
🔧 5 Lösungen
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Mit einem ETF-Sparplan automatisch starten
🟢 Easy⏱ 30 Minuten Einrichtung, dann 5 Minuten pro Monat
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Richte einen monatlichen Sparplan für einen breiten ETF ein, der automatisch investiert.
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Broker auswählen — Such dir einen günstigen Online-Broker wie Trade Republic, Scalable Capital oder ING. Die haben oft keine Ordergebühren für Sparpläne. Ich habe mit Trade Republic angefangen – die App ist simpel.
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Depot eröffnen — Lade die App herunter, fülle das Formular aus und identifiziere dich per Video-Ident. Das dauert etwa 15 Minuten. Du brauchst nur deinen Personalausweis.
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ETF aussuchen — Wähl einen weltweit streuenden ETF wie den iShares MSCI World (ISIN: IE00B4L5Y983) oder Vanguard FTSE All-World. Beide bilden hunderte Unternehmen ab – perfekt für Anfänger.
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Sparplan einrichten — Leg fest, wie viel du monatlich investieren willst (z.B. 25 Euro). Stell den Dauerauftrag von deinem Girokonto ein. Ab dann läuft es automatisch.
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Regelmäßig prüfen, aber nicht täglich — Schau alle 3–6 Monate rein, ob alles läuft. Vermeide es, bei jedem Kursrutsch in Panik zu geraten. Bei mir steht ein Kalendereintrag alle 4 Monate.
💡Starte mit einem Betrag, den du nicht vermisst – selbst 20 Euro im Monat bringen dich ins Spiel. Ich habe mit 25 Euro angefangen und nach einem Jahr auf 50 erhöht.
Wir erhalten ggf. eine kleine Provision — für dich ohne Mehrkosten.
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Einzelaktien mit der 'Kaffee-Regel' testen
🟡 Medium⏱ 2–3 Stunden Recherche pro Aktie
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Investiere kleine Beträge in Einzelaktien, die du aus dem Alltag kennst, um Erfahrung zu sammeln.
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Unternehmen aus dem Alltag wählen — Denk an Produkte, die du nutzt – z.B. Adidas, wenn du die Schuhe trägst, oder SAP, wenn dein Arbeitgeber die Software einsetzt. Das gibt ein besseres Gefühl.
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Maximal 5% deines Portfolios riskieren — Wenn dein Depot 1.000 Euro wert ist, investier nicht mehr als 50 Euro in eine Einzelaktie. So begrenzt du das Risiko. Ich habe das anfangs ignoriert und bereut.
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Einfache Kennzahlen checken — Schau dir den Kursverlauf der letzten 5 Jahre an (geht in jeder Broker-App) und lies 2–3 Nachrichtenartikel zum Unternehmen. Du musst kein Profi sein.
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Kauf mit Limit-Order — Statt 'Market Order' (sofortiger Kauf zum aktuellen Preis) nutz 'Limit-Order' und setz einen Maximalpreis. So vermeidest du Überraschungen.
💡Kauf nie aus FOMO (Fear Of Missing Out) – wenn alle von einer Aktie reden, ist es oft zu spät. Ich habe 2020 bei GameStop 100 Euro verloren, weil ich dem Hype folgte.
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Dividenden-ETFs für passives Einkommen nutzen
🟢 Easy⏱ 20 Minuten Einrichtung
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Investiere in ETFs, die regelmäßig Dividenden ausschütten, um ein kleines Zusatzeinkommen aufzubauen.
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Dividenden-ETF finden — Such nach ETFs wie dem iShares STOXX Global Select Dividend 100 (ISIN: IE00B8GKDB10) oder Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield. Die zahlen quartalsweise aus.
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Ausschüttungsplan prüfen — Schau in den ETF-Details, wann Dividenden fließen – meist März, Juni, September, Dezember. Das hilft bei der Planung.
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Sparplan einrichten — Richte einen monatlichen Sparplan ein, genau wie bei normalen ETFs. Die Dividenden werden automatisch auf dein Verrechnungskonto überwiesen.
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Dividenden reinvestieren oder behalten — Entscheide, ob du die Dividenden wieder anlegst (für mehr Wachstum) oder als kleines Extra-Geld nutzt. Ich lasse sie liegen und kaufe davon manchmal Bücher.
💡Erwarte keine hohen Beträge – bei 1.000 Euro Investment sind es vielleicht 30 Euro Dividende pro Jahr. Aber es motiviert, wenn Geld 'von alleine' kommt.
Wir erhalten ggf. eine kleine Provision — für dich ohne Mehrkosten.
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Robo-Advisor für komplett passive Anlage
🟢 Easy⏱ 15 Minuten Einrichtung
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Lass einen Robo-Advisor wie Scalable Capital oder WeltSparen dein Geld automatisch in ETFs anlegen, basierend auf deinem Risikoprofil.
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Anbieter auswählen — Vergleiche Robo-Advisor wie Scalable Capital, WeltSparen oder VisualVest. Die Kosten liegen bei 0,5–1% pro Jahr. Ich nutze Scalable Capital seit 2019.
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Risikoprofil festlegen — Beantworte ein paar Fragen zu deiner Risikobereitschaft und Anlagedauer. Der Robo-Advisor baut dann ein Portfolio aus ETFs für dich.
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Einmalanlage oder Sparplan starten — Überweise einen Startbetrag (oft ab 10 Euro) oder richte einen monatlichen Sparplan ein. Der Robo-Advisor kümmert sich um alles Weitere.
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Regelmäßige Updates checken — Du bekommst Quartalsberichte per E-Mail. Schau alle 6 Monate rein, ob alles passt. Mehr musst du nicht tun.
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Bei Bedarf anpassen — Wenn sich deine Lebenssituation ändert (z.B. mehr Einkommen), kannst du das Risikoprofil anpassen oder Beträge erhöhen.
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Steuern im Blick behalten — Robo-Advisor führen die Kapitalertragsteuer automatisch ab. Speicher die Jahressteuerbescheinigungen trotzdem – die brauchst du für die Steuererklärung.
💡Robo-Advisor sind teurer als selbst gemachte ETF-Sparpläne, aber perfekt, wenn du gar keine Zeit hast. Ich zahle 0,75% Gebühren pro Jahr – das sind bei 1.000 Euro 7,50 Euro.
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Paper-Trading mit Demokonten üben
🔴 Advanced⏱ 5–10 Stunden über mehrere Wochen
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Nutze ein Demokonto bei einem Broker, um mit virtuellem Geld zu handeln und Erfahrung ohne Risiko zu sammeln.
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Broker mit Demokonto finden — Such nach Brokern wie OnVista oder comdirect, die kostenlose Demokonten anbieten. Da bekommst du virtuelles Startkapital (z.B. 50.000 Euro).
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Handelsstrategie testen — Probier aus, wie es sich anfühlt, Aktien zu kaufen und zu verkaufen. Setz dir Ziele – z.B. 'In 4 Wochen 10% Gewinn machen'.
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Fehler analysieren — Notier, warum Trades funktioniert oder gescheitert sind. Ich habe im Demokonto gelernt, dass ich zu emotional verkaufe – das hat mir später echtes Geld gespart.
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Übergang zu echtem Geld — Wenn du dich sicher fühlst, starte mit einem kleinen Betrag im echten Depot. Übertrag eine Strategie, die im Demokonto funktioniert hat.
💡Behandel das Demokonto ernsthaft – wenn du da sorglos handelst, lernst du nichts. Ich habe 2 Monate geübt, bevor ich meine erste echte Einzelaktie gekauft habe.
⚠️ Wann professionelle Hilfe suchen
Wenn du merkst, dass du ständig Angst vor Verlusten hast, nicht schläfst oder mehr Geld investierst, als du dir leisten kannst, hol dir Hilfe. Ein unabhängiger Finanzberater (honorarbasiert, nicht provisionsbasiert) kann eine neutrale Einschätzung geben. Auch Schuldnerberatungen helfen, wenn du dich überschuldest. Investieren soll kein Stress sein – wenn es das wird, ist professioneller Rat sinnvoll.
Als Anfänger in Aktien zu investieren, ist weniger eine Frage des Wissens als des Handelns. Ich habe Jahre gebraucht, um das zu kapieren – anfangs dachte ich, ich müsste alles perfekt verstehen. In Wahrheit reicht es, einfach anzufangen: einen ETF-Sparplan einrichten und monatlich einen kleinen Betrag beiseitelegen.
Es wird Rückschläge geben (mein GameStop-Desaster war einer), aber langfristig zahlt sich die Geduld aus. Fang heute mit 20 Euro an, und in einem Jahr wirst du zurückblicken und froh sein, nicht länger gewartet zu haben. Das Depot wächst von alleine, solange du dranbleibst.
Wie viel Geld brauche ich, um mit Aktien anzufangen?+
Du kannst schon mit 10–20 Euro starten, dank Sparplänen bei Brokern wie Trade Republic. Ich habe mit 25 Euro pro Monat angefangen. Wichtig ist die Regelmäßigkeit, nicht die Höhe.
Welche Aktien sind sicher für Anfänger?+
Einzelaktien sind nie 'sicher'. Besser sind breit gestreute ETFs wie der MSCI World, die hunderte Unternehmen abdecken. So minimierst du das Risiko, während du lernst.
Kann ich bei Aktien alles verlieren?+
Bei ETFs extrem unwahrscheinlich – sie bilden ganze Märkte ab. Bei Einzelaktien schon, wenn das Unternehmen pleitegeht. Deshalb nie mehr investieren, als du verkraften kannst, und streuen.
Wie wähle ich den richtigen Broker aus?+
Schau auf niedrige Gebühren (vor allem für Sparpläne), eine einfache App und gute Bewertungen. Trade Republic und Scalable Capital sind beliebt bei Anfängern. Ich nutze beide.
Muss ich Steuern auf Aktiengewinne zahlen?+
Ja, in Deutschland gilt die Abgeltungsteuer von 25% auf Gewinne plus Soli und Kirchensteuer. Broker führen sie automatisch ab, du musst nur die Bescheinigungen für die Steuererklärung aufheben.
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