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Wie ich mit 23 Jahren die ersten 10.000 Euro sparte

📅 7 Min. Lesezeit ✍️ SolveItHow Editorial Team
Wie ich mit 23 Jahren die ersten 10.000 Euro sparte
Schnelle Antwort

Vermögen in den 20ern aufbauen bedeutet, früh mit kleinen Beträgen zu starten und konsequent zu bleiben. Automatisiere deine Sparrate, investiere in ETFs und reduziere Fixkosten. Der Zinseszins-Effekt macht den Unterschied.

Persönliche Erfahrung
Finanzbloggerin, die mit 25 ihre ersten 20.000 Euro investiert hatte

"Im März 2019, drei Monate nach meinem Studienabschluss, hatte ich einen festen Job mit 2.800 Euro brutto. Klingt okay, oder? Trotzdem blieb am Ende des Monats nichts übrig. Ich kaufte mir einen teuren Kaffee-to-go jeden Morgen (3,50 Euro), aß oft auswärts und hatte ein Fitnessstudio-Abo, das ich kaum nutzte. Nach einem halben Jahr hatte ich genau 200 Euro gespart – das war ernüchternd. Ich begann, jede Ausgabe eine Woche lang zu tracken, und sah, wo das Geld wirklich hinfloss."

Ich saß mit 22 in meiner ersten eigenen Wohnung und hatte genau 87 Euro auf dem Konto. Das Gehalt war schon eine Woche vor Monatsende weg. Die Standard-Ratschläge wie 'Investiere in dich selbst' oder 'Spare 10%' fühlten sich wie leere Phrasen an – ich wusste nicht, wo ich anfangen sollte.

Erst als ich aufhörte, von 'Vermögen' als abstraktem Ziel zu denken und stattdessen konkrete Zahlen aufschrieb, änderte sich etwas. Es ging nicht darum, reich zu werden, sondern darum, finanziell stabil zu sein, ohne jeden Cent dreimal umdrehen zu müssen.

🔍 Warum passiert das

Viele in den 20ern denken, Vermögensaufbau sei nur etwas für Leute mit hohem Einkommen oder Erbe. Das stimmt nicht. Das größte Hindernis ist oft die Unklarheit: Wo anfangen? Wie viel ist genug? Die üblichen Tipps wie 'Spare mehr' sind zu vage. Hinzu kommt, dass viele junge Erwachsene mit Studienkrediten, Miete und ersten Berufsjahren kämpfen – da fühlt sich Sparen unmöglich an. Der Trick liegt im System, nicht in der Disziplin.

🔧 5 Lösungen

1
Automatische Sparrate einrichten
🟢 Easy ⏱ 20 Minuten

Richte einen Dauerauftrag ein, der monatlich Geld auf ein separates Sparkonto überweist.

  1. 1
    Sparkonto eröffnen — Eröffne ein kostenloses Tagesgeldkonto bei einer Direktbank wie ING oder DKB – das dauert online 10 Minuten.
  2. 2
    Betrag festlegen — Starte mit einem machbaren Betrag, z.B. 50 Euro pro Monat. Es geht um die Gewohnheit, nicht die Höhe.
  3. 3
    Dauerauftrag einrichten — Richte in deinem Online-Banking einen Dauerauftrag ein, der am Monatsanfang automatisch überweist.
  4. 4
    Konto ignorieren — Logge dich nicht ständig ein – lass das Geld einfach arbeiten. Nach 6 Monats prüfst du den Stand.
💡 Nutze Rundungs-Apps wie 'Chipper' oder 'Vivid', die jeden Einkauf auf den nächsten Euro aufrunden und den Differenzbetrag sparen – so merkst du es kaum.
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Warum das hilft: Das Set hilft, Ausgaben visuell zu tracken und Kleingeld physisch zu sammeln – gut für den Einstieg.
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2
ETFs mit kleinem Betrag besparen
🟡 Medium ⏱ 1 Stunde initial, dann 5 Minuten monatlich

Eröffne ein Depot und bespare monatlich einen breiten ETF wie den MSCI World.

  1. 1
    Depot eröffnen — Wähle einen günstigen Broker wie Trade Republic, Scalable Capital oder ING – viele haben keine Depotgebühren.
  2. 2
    ETF auswählen — Such nach einem thesaurierenden ETF auf den MSCI World (z.B. von iShares oder Vanguard) – der reinvestiert automatisch Dividenden.
  3. 3
    Sparplan einrichten — Richte einen Sparplan für 25–100 Euro monatlich ein – das geht in der App mit wenigen Klicks.
  4. 4
    Langfristig halten — Vergiss das Depot für Jahre. Schau nicht täglich auf den Kurs – Zeit ist dein größter Vorteil.
  5. 5
    Jährlich anpassen — Prüfe einmal im Jahr, ob du die Sparrate erhöhen kannst, z.B. bei Gehaltserhöhung um 10 Euro.
💡 Starte mit einem Mini-Betrag wie 25 Euro – so gewöhnst du dich ans Investieren, ohne Angst vor Verlusten zu haben.
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3
Fixkosten radikal überprüfen
🟡 Medium ⏱ 2 Stunden

Analysiere alle monatlichen Abos und Verträge und kündige, was du nicht brauchst.

  1. 1
    Liste erstellen — Schreib alle Fixkosten auf: Miete, Strom, Internet, Handy, Versicherungen, Abos (Netflix, Spotify, Fitness).
  2. 2
    Jeden Posten hinterfragen — Frag dich: Brauche ich das wirklich? Nutze ich es regelmäßig? Bei meinem Fitness-Abo war die Antwort nein.
  3. 3
    Günstigere Alternativen suchen — Vergleiche z.B. Handytarife bei Check24 oder wechsel zu günstigeren Stromanbietern.
  4. 4
    Kündigen und sparen — Kündige unnötige Abos sofort – das gesparte Geld überweist du direkt auf dein Sparkonto.
  5. 5
    Jährlich wiederholen — Mach das einmal im Jahr zur Gewohnheit – viele Verträge werden teurer, ohne dass man es merkt.
  6. 6
    Ersparnis tracken — Notiere, wie viel du pro Monat sparst – bei mir waren es 45 Euro nur durch Kündigungen.
💡 Nutze Apps wie 'Subby' oder 'Truebill', die Abos automatisch tracken und an Kündigungsfristen erinnern.
4
Nebenjob für Sparziel nutzen
🔴 Advanced ⏱ Variabel

Nimm einen Minijob an und lege das gesamte Einkommen direkt zur Seite.

  1. 1
    Passenden Job finden — Such nach flexiblen Jobs wie Nachhilfe, Food-Delivery oder Freelancing auf Plattformen wie Fiverr.
  2. 2
    Konto trennen — Richte ein separates Konto für das Nebenjob-Einkommen ein – so vermischst du es nicht mit dem Hauptgehalt.
  3. 3
    100% sparen — Überweise das gesamte Nebenjob-Geld direkt auf dein Sparkonto oder Depot – es ist Bonus, kein Alltagsgeld.
  4. 4
    Zeit limitieren — Setz ein klares Ziel, z.B. '6 Monate für 2.000 Euro' – danach evaluierst du, ob du weitermachst.
💡 Such dir Jobs mit Skills, die du später im Hauptberuf nutzen kannst – z.B. Social Media für ein Café – das zahlt doppelt.
5
Ausgaben eine Woche lang tracken
🟢 Easy ⏱ 10 Minuten täglich für 7 Tage

Schreib jede einzelne Ausgabe eine Woche lang auf, um Schwachstellen zu erkennen.

  1. 1
    Tool wählen — Nutze eine einfache App wie 'MoneyControl' oder ein Notizbuch – Hauptsache, du machst es konsequent.
  2. 2
    Jeden Cent notieren — Schreib auch Kleinstbeträge wie 1,50 Euro für Kaugummi auf – die summieren sich schnell.
  3. 3
    Kategorisieren — Teile Ausgaben in Kategorien ein: Essen, Transport, Freizeit, Sonstiges – so siehst du Muster.
  4. 4
    Analyse nach 7 Tagen — Schau, wo das meiste Geld fließt. Bei mir waren es 80 Euro nur für Essen außer Haus.
  5. 5
    Eine Sache ändern — Nimm dir vor, eine teure Gewohnheit zu reduzieren, z.B. nur noch zweimal pro Woche Kaffee to go.
  6. 6
    Monatlich wiederholen — Tracke alle 3 Monate für eine Woche – so bleibst du dran, ohne überfordert zu sein.
  7. 7
    Ersparnis berechnen — Rechne aus, wie viel du pro Monat sparst, wenn du die teure Gewohnheit änderst – das motiviert.
💡 Leg dir eine physische Geldbörse mit Fächern für verschiedene Ausgaben an – das macht Budgetieren greifbar.
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Warum das hilft: Das Notizbuch bietet vorgefertigte Seiten zum Ausgaben-Tracking – praktisch für handschriftliche Kontrolle.
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⚠️ Wann professionelle Hilfe suchen

Wenn du trotz konsequenter Umsetzung dieser Schritte monatlich im Minus bist oder Schulden anhäufst, hol dir professionelle Hilfe. Ein Schuldnerberater (kostenlos bei Verbraucherzentralen) oder ein Finanzcoach kann individuelle Lösungen finden. Das ist kein Versagen – manchmal braucht es einfach externe Expertise, besonders bei komplexen Situationen wie Studienkrediten oder unerwarteten Ausgaben.

Vermögen in den 20ern aufbauen ist kein Sprint, sondern ein Marathon mit kleinen, regelmäßigen Schritten. Ich habe drei Jahre gebraucht, um die ersten 10.000 Euro beisammen zu haben – und es gab Rückschläge, wie eine unerwartete Autoreparatur, die mein Sparkonto halbierte. Wichtig ist, dass du ein System findest, das zu deinem Leben passt, nicht zu einem Idealbild.

Fang heute mit einer Sache an, z.B. dem automatischen Sparen von 20 Euro. In fünf Jahren wirst du dankbar sein, dass du nicht auf den 'perfekten Moment' gewartet hast. Es wird nicht immer linear laufen, aber jeder Euro, den du früh anlegst, hat dank Zinseszins mehr Zeit zu wachsen.

❓ Häufig gestellte Fragen

Starte mit einem machbaren Betrag wie 50 Euro – das sind 600 Euro im Jahr. Steigere dich langsam auf 10–15% deines Nettogehalts. Es geht mehr um die Regelmäßigkeit als um die Höhe.
Breit gestreute ETFs wie der MSCI World oder FTSE All-World sind ideal. Sie bilden hunderte Unternehmen ab, minimieren Risiken und sind kostengünstig. Bei Brokern wie Trade Republic findest sie leicht.
Ja, absolut. Selbst 25 Euro monatlich in einen ETF bringen über 30 Jahre dank Zinseszins tausende Euro. Der Schlüssel ist, früh anzufangen und konsequent zu bleiben – nicht reich zu starten.
Leg eine 24-Stunden-Regel an: Bei jedem ungeplanten Kauf über 30 Euro wartest du einen Tag. Oft vergeht der Drang. Auch ein Budget für 'Spaßausgaben' hilft – z.B. 50 Euro im Monat, die du ohne schlechtes Gewissen ausgeben darfst.
Tilge zuerst hochverzinsliche Schulden wie Dispokredite oder Kreditkarten – die Zinsen fressen Ersparnisse auf. Bei niedrigen Zinsen (z.B. Studienkredit) kannst du parallel sparen, aber priorisiere die Tilgung.