Mein Bruder rief mich vor zwei Jahren an: „Ich brauche eine Website für meine Fotografie, aber ich hab null Ahnung.“ Er hatte 300 Euro Budget und wollte in einer Woche online sein. Ich hab ihm gezeigt, wie es geht – und seitdem hab ich das vielleicht ein Dutzend Mal für Freunde und Bekannte gemacht. Das Problem ist meistens nicht das technische Können, sondern die Qual der Wahl: Baukasten oder WordPress? Template oder Eigenbau? Und dann diese ganzen Fachbegriffe – SSL, SEO, Responsive Design. Hör auf, dich davon einschüchtern zu lassen. Du brauchst kein Informatikstudium, um eine anständige Website hinzubekommen. Du musst nur ein paar grundlegende Entscheidungen treffen und dann Schritt für Schritt vorgehen.
Ohne Vorkenntnisse zur eigenen Website – das hat bei mir geklappt

Wähle einen Website-Baukasten wie Squarespace oder Webflow, ein sauberes Template, passe Text und Bilder an, optimiere für Mobilgeräte und veröffentliche die Seite. Für mehr Kontrolle kannst du WordPress mit einem Page Builder nutzen.
"Meine erste Website war eine Katastrophe. Ich war 17, hab mir HTML aus einem Buch beigebracht und dachte, blinkende Texte und Regenbogen-Hintergründe wären der heiße Scheiß. Das Ding sah aus wie aus den 90ern – und das war 2010. Jahre später, als ich für einen lokalen Imbiss eine Seite bauen sollte, hab ich's zum ersten Mal richtig gemacht: Squarespace, ein cleanes Template, gute Fotos von deren Essen. Der Inhaber hatte innerhalb von zwei Wochen doppelt so viele Bestellungen wie vorher. Seitdem schwöre ich auf Baukästen für Leute, die schnell und solide Ergebnisse brauchen."
Die meisten Anfänger scheitern nicht an der Technik, sondern an der Planung. Sie stürzen sich in ein Tool, ohne zu wissen, was sie eigentlich brauchen: eine einfache Visitenkarte, einen Onlineshop oder eine Blog-Plattform? Jede Anforderung hat ihr eigenes optimales Setup. Standard-Ratschläge wie „nimm WordPress“ sind oft kontraproduktiv, weil WordPress ohne Wartung schnell unsicher wird und bei vielen Hostern lahmt. Baukästen wie Squarespace oder Wix sind dagegen für Einsteiger gedacht – aber auch da kann man sich in Vorlagen verlieren, wenn man nicht weiß, worauf es ankommt. Der Schlüssel ist: reduziert anfangen, später erweitern.
🔧 5 Lösungen
Klär, was die Seite erreichen soll, bevor du ein Tool auswählst.
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Zweck festlegen — Schreib auf, ob die Seite informieren, verkaufen oder Kontakte sammeln soll. Beispiel: „Ich will meine Dienstleistungen präsentieren und Kunden zur Buchungsanfrage bewegen.“
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Zielgruppe beschreiben — Wer soll die Seite besuchen? Alter, Beruf, Interessen? Für einen Hochzeitsfotografen sind Paare zwischen 25 und 40 die Zielgruppe – die Seite sollte emotional und hochwertig wirken.
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Benchmarks anschauen — Such dir drei Websites von Wettbewerbern, die dir gefallen. Notier, was gut läuft: Farbschema, Navigation, Call-to-Action-Buttons. Das ist deine Inspirationsquelle.
Entscheide dich für Squarespace, Wix, Jimdo oder WordPress – je nach deinem Skill-Level und Budget.
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Anforderungen checken — Brauchst du einen Shop? Dann sind Shopify oder Squarespace Commerce gut. Einen Blog? WordPress oder Squarespace. Eine einfache Seite? Wix oder Jimdo reichen völlig.
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Kosten vergleichen — Squarespace kostet ca. 16€/Monat (jährliche Zahlung), Wix ab 11€, WordPress mit Hosting ca. 5–10€/Monat. Notier dir die Preise für ein Jahr inkl. Domain.
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Testversion nutzen — Mach bei 2-3 Anbietern eine kostenlose Testversion. Bau eine Musterseite mit denselben Inhalten – so siehst du, welcher Editor dir intuitiver liegt.
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Entscheidung treffen — Falls du wenig Zeit hast und keine Sonderwünsche: nimm Squarespace. Falls du maximale Kontrolle willst und bereit bist, dich einzuarbeiten: nimm WordPress + Elementor.
Such ein Template, das zu deinem Zweck passt, und passe Farben, Schriften und Layout an.
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Kategorie wählen — Die meisten Baukästen haben Vorlagen nach Branchen sortiert. Wähl eine, die deinem Zweck nahekommt – z.B. „Portfolio“ für Fotografen, „Business“ für Dienstleister.
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Farben und Schriftarten anpassen — Ändere die Primärfarbe auf deine Markenfarbe (z.B. ein bestimmtes Blau). Nutze maximal zwei Schriftarten: eine für Überschriften (z.B. Montserrat) und eine für Fließtext (z.B. Open Sans).
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Inhalte einfügen — Ersetze Platzhaltertexte durch deine eigenen. Achte auf kurze Absätze, Zwischenüberschriften und aussagekräftige Bilder. Beispiel: Statt „Wir sind ein dynamisches Team“ schreib „Wir reparieren Fahrräder seit 2015 in München.“
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Mobilansicht prüfen — Über 60% der Besucher kommen übers Smartphone. Schau dir die Vorschau auf dem Handy an und verschiebe Elemente so, dass sie nicht abgeschnitten oder zu klein sind.
Baue die Standardseiten auf: Startseite, Über uns, Leistungen, Kontakt – und optimiere Texte für Suchmaschinen.
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Startseite gestalten — Die Startseite muss in 3 Sekunden erklären, was du machst. Nutz einen großen Headline-Text (z.B. „Hochzeitsfotografie in Hamburg“), ein starkes Bild und einen klaren Button („Jetzt buchen“).
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Über-uns-Seite schreiben — Erzähl kurz, wer du bist und warum du das machst. Kein Lebenslauf – sondern eine Geschichte, die Vertrauen aufbaut. Beispiel: „Nach 10 Jahren als Angestellter hab ich meinen Traum verwirklicht und mach jetzt genau das, was ich liebe.“
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Kontaktseite einrichten — Mindestens ein Kontaktformular, deine E-Mail-Adresse und Telefonnummer. Wenn du einen Laden hast, füg Google Maps hinzu. Das Formular sollte maximal 4 Felder haben: Name, E-Mail, Nachricht.
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SEO-Grundlagen umsetzen — Füg jeder Seite einen individuellen Seitentitel und eine Meta-Beschreibung hinzu (max. 160 Zeichen). Nutz Überschriften (H1, H2) und beschreibende Alt-Texte für Bilder. Beispiel Alt-Text: „Hochzeitsfotograf München Paar im Park“.
Prüfe alle Funktionen, schalte die Seite live und bewirb sie auf Social Media und in Suchmaschinen.
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Vollständigen Test durchführen — Klick jeden Link an, füll das Kontaktformular aus, test die Navigation auf dem Handy. Mach einen Screenshot von jeder Seite – so siehst du später, ob sich was verschoben hat.
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Domain verknüpfen und SSL aktivieren — Kauf eine Domain (z.B. deinname.de) und verbinde sie mit deinem Baukasten. Aktivier das SSL-Zertifikat (meist kostenlos dabei) – sonst zeigt der Browser „Nicht sicher“ an.
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Website veröffentlichen — Drück den Veröffentlichen-Button. Bei Baukästen ist die Seite sofort online. Bei WordPress musst du vorher das Hosting einrichten und die Domain verbinden.
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Erste Werbung machen — Teil den Link auf deinen Social-Media-Kanälen, in einer E-Mail-Signatur und bei Google My Business (falls du ein lokales Geschäft hast). Bitte Freunde, die Seite zu besuchen und Feedback zu geben.
Wenn du einen Onlineshop mit vielen Produkten, eine Mitgliederseite oder eine komplexe Webanwendung brauchst, solltest du einen Profi engagieren. Auch wenn du keine Zeit hast oder dich mit Design unsicher fühlst, kann ein Webentwickler oder eine Agentur dir das Leben leichter machen. Such nach Freelancern auf Plattformen wie Upwork oder Fiverr – aber lass dir vorher Referenzen zeigen. Ein guter Entwickler kostet zwischen 500 und 2000 Euro für eine einfache Unternehmensseite.
Eine professionelle Website zu erstellen ist heute einfacher denn je. Du musst kein Code-Guru sein – die richtigen Tools und eine klare Vorstellung reichen völlig. Fang klein an: Bau erstmal eine Seite mit den wichtigsten Infos. Du kannst später immer noch erweitern. Was viele unterschätzen: Die Website ist nie fertig. Du wirst Texte anpassen, neue Bilder einfügen und ab und zu das Design auffrischen. Das ist okay. Wichtig ist, dass du überhaupt startest. Mein Bruder hat seine Fotografenseite in vier Tagen hochgezogen – und zwei Wochen später den ersten Kunden über das Kontaktformular gewonnen. Also: Leg los, auch wenn nicht alles perfekt ist. Perfekt kommt mit der Zeit.
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