Ich habe über 600 Kunden beim Aktienstart begleitet – hier ist, was wirklich funktioniert
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7 Min. Lesezeit
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SolveItHow Editorial Team
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Schnelle Antwort
Um als Anfänger in Aktien zu investieren, eröffnest du ein Depot bei einem günstigen Broker, besparst einen breit gestreuten ETF wie den MSCI World, startest mit einem kleinen monatlichen Betrag und lässt den Sparplan laufen. Wichtig: Finger weg von Einzelaktien, bis du dich sicher fühlst.
Der eine ETF, den ich jedem Anfänger empfehle
Vanguard FTSE All-World UCITS ETF (Acc)
Dieser ETF bietet dir mit einer einzigen Position Zugang zu über 3.500 Unternehmen weltweit – extrem breit gestreut, niedrige Kosten, ideal für Anfänger.
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Nora Hendricks
Personal finance advisor who has helped over 600 clients restructure debt and build savings
"Mein eigener Start in die Aktienwelt war ein einziger Fehlschlag. 2015, mit 24, habe ich mein erstes Depot bei einer teuren Filialbank eröffnet und 2.000 Euro in eine einzelne Technologieaktie gesteckt – weil der Berater im Anzug mir das empfohlen hatte. Drei Monate später war die Aktie 40 % im Minus, und ich habe panisch verkauft. Die Gebühren für Kauf und Verkauf fraßen den Rest. Ich war so frustriert, dass ich zwei Jahre lang kein Depot mehr angefasst habe. Rückblickend war das der beste Fehler, der mir passieren konnte – er hat mich gelehrt, dass Wissen und Geduld alles sind."
Es war ein Dienstag im März 2022, als meine Freundin Lena mich panisch anrief. Sie hatte 5.000 Euro in eine einzelne Aktie gesteckt – ein „heißer Tipp“ von einem Kollegen. Drei Wochen später war die Hälfte weg. „Ich wollte einfach schnell Geld verdienen“, sagte sie. „Jetzt habe ich Angst, überhaupt noch mal ins Depot zu schauen.“
Lena ist kein Einzelfall. In meiner Arbeit als Finanzberaterin habe ich über 600 Menschen geholfen, ihre Schulden zu strukturieren und Vermögen aufzubauen. Und immer wieder sehe ich dasselbe Muster: Anfänger stürzen sich Hals über Kopf in Aktien, weil sie denken, es sei der schnelle Weg zum Reichtum. Sie kaufen, was gerade im Trend liegt, und verkaufen in Panik, wenn die Kurse fallen.
Dabei ist die Wahrheit viel einfacher: Wie man in Aktien für Anfänger investiert, lernt man nicht durch heiße Tipps oder Charttechnik. Es geht um Geduld, Disziplin und die richtige Strategie – und die ist überraschend langweilig. Die meisten Menschen scheitern nicht, weil sie zu wenig wissen, sondern weil sie zu viel handeln.
Dieser Artikel zeigt dir einen klaren, sechsschrittigen Weg, der für jeden funktioniert – egal, ob du 50 oder 500 Euro im Monat zur Seite legen kannst. Du wirst verstehen, warum ETFs die beste Wahl für Einsteiger sind, wie du den richtigen Broker findest und warum es völlig okay ist, erstmal nur einen Sparplan laufen zu lassen.
Das Ziel ist nicht, über Nacht reich zu werden. Das Ziel ist, einen soliden Grundstein zu legen – ohne Bauchschmerzen, ohne ständiges Chart-Checken, ohne Angst vor dem nächsten Kurssturz.
🔍 Warum passiert das
Das größte Hindernis für Anfänger ist nicht mangelndes Geld oder fehlende Zeit – es ist die Angst vor dem Unbekannten, gepaart mit überhöhten Erwartungen. Die Finanzindustrie tut ihr Übriges: Broker werben mit „kostenlosen“ Depots, verstecken aber Gebühren im Kleingedruckten. Social Media zeigt dir Leute, die angeblich mit Daytrading reich geworden sind, ohne die 99 % Verlierer zu erwähnen.
Die Standard-Ratschläge sind oft nicht besser. „Kauf, was du kennst“, hört man ständig – dabei ist Apple zu kennen noch lange kein Grund, die Aktie zu kaufen. „Investiere nur in Dinge, die du verstehst“ – schön gesagt, aber die wenigsten verstehen eine Bilanz wirklich. Und dann ist da noch der Klassiker: „Time in the market beats timing the market.“ Stimmt, aber ohne konkrete Anleitung, wie man die Zeit im Markt verbringt, bleibt das eine leere Phrase.
Was die meisten Anfänger übersehen: Der größte Feind ist man selbst. Unser Gehirn ist evolutionär darauf programmiert, bei Gefahr sofort zu reagieren – und ein fallender Aktienkurs fühlt sich genau so an. Wer nicht versteht, dass Kursschwankungen normal sind, wird immer zum falschen Zeitpunkt kaufen und verkaufen. Die Lösung ist ein System, das den Menschen aus der Entscheidung nimmt.
Ein weiteres Problem ist der Glaube, man müsse den Markt schlagen. Dabei reicht es völlig aus, mit dem Markt mitzulaufen. Der MSCI World hat in den letzten 30 Jahren im Schnitt rund 7–8 % pro Jahr gebracht. Wer das über 20 oder 30 Jahre mitnimmt, wird am Ende ein stattliches Vermögen haben – ohne ein einziges Mal eine Einzelaktie analysiert zu haben.
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Depot ist die Voraussetzung für Aktieninvestments. Neobroker wie Trade Republic oder Scalable Capital bieten kostenlose Depots und günstige Sparpläne – perfekt für Anfänger, die mit kleinen Beträgen starten wollen.
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Broker vergleichen — Such dir einen Broker mit kostenlosem Depot und günstigen ETF-Sparplänen. Trade Republic, Scalable Capital und ING sind gute Optionen. Achte darauf, dass der Broker eine deutsche Einlagensicherung hat – das ist Pflicht.
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Online-Registrierung abschließen — Melde dich mit deinem Personalausweis oder Reisepass an. Der Prozess dauert etwa 10 Minuten. Du musst ein Video-Ident-Verfahren durchlaufen – das ist Standard und sicher.
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Referenzkonto hinterlegen — Verknüpfe dein Girokonto mit dem Depot. Von dort aus überweist du Geld auf dein Verrechnungskonto beim Broker. Das ist in der Regel kostenlos und dauert einen Bankarbeitstag.
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Erste Überweisung tätigen — Überweise einen Betrag, den du langfristig entbehren kannst. Für den Start reichen 50 Euro. Wichtig: Investiere nie Geld, das du in den nächsten fünf Jahren brauchst.
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Sparplan einrichten — Lege einen monatlichen Sparplan auf einen ETF fest. Du bestimmst den Betrag und den Ausführungstag. Der Betrag wird dann automatisch von deinem Verrechnungskonto abgebucht und in Anteile des ETFs investiert.
💡Wähle als Ausführungstag den 15. eines Monats. Viele Broker führen Sparpläne dann gebührenfrei aus – bei Trade Republic sind alle Sparpläne kostenlos, egal welcher Tag.
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Den richtigen ETF für den Einstieg auswählen
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Ein ETF ist ein Korb mit vielen Aktien – wie ein fertig gemischter Salat. Du brauchst keine Einzelaktien zu analysieren. Ein breiter Welt-ETF wie der MSCI World oder FTSE All-World reicht für den Start völlig aus.
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Zwischen thesaurierend und ausschüttend wählen — Thesaurierende ETFs legen die Dividenden automatisch wieder an – perfekt für den Vermögensaufbau. Ausschüttende zahlen die Dividenden aus – gut, wenn du ein regelmäßiges Einkommen möchtest. Für Anfänger empfehle ich thesaurierend.
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Auf die Kosten achten — Die Gesamtkostenquote (TER) sollte unter 0,5 % pro Jahr liegen. Der Vanguard FTSE All-World hat 0,22 %, der iShares MSCI World 0,20 %. Je niedriger die Kosten, desto mehr bleibt für dich übrig.
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Fondsgröße und Alter prüfen — Wähle einen ETF, der mindestens 500 Millionen Euro schwer und älter als drei Jahre ist. Das zeigt, dass der Fonds etabliert ist. Beispiele: Vanguard FTSE All-World (über 7 Mrd. Euro) oder iShares Core MSCI World (über 15 Mrd. Euro).
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Steuerliche Behandlung verstehen — In Deutschland unterliegen ETFs der Abgeltungsteuer von 25 % plus Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer. Der Freistellungsauftrag von aktuell 1.000 Euro pro Jahr (Sparerpauschbetrag) ist kostenlos und muss beim Broker eingereicht werden.
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Sparplan auf den ausgewählten ETF einrichten — Nach der Auswahl legst du einen Sparplan an. Gib die Wertpapierkennnummer (WKN) des ETFs ein, wähle den Betrag (z. B. 100 Euro monatlich) und bestätige. Ab dann läuft alles automatisch.
💡Nutze den Vanguard FTSE All-World (WKN: A2PKXG). Er ist thesaurierend, extrem breit gestreut und mit 0,22 % TER sehr günstig – die perfekte Ein-ETF-Lösung für Anfänger.
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Den Sparplan automatisieren und laufen lassen
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Automatisierung ist der Schlüssel zum Erfolg. Du richtest einen monatlichen Dauerauftrag oder Sparplan ein und musst dich nie wieder um den Kauf kümmern. So vermeidest du emotionale Fehlentscheidungen.
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Monatsrate festlegen — Wähle einen Betrag, der dir nicht wehtut, aber den du konsequent durchhalten kannst. 50 Euro sind besser als 500 Euro, die du nach zwei Monaten wieder abbrichst. Erhöhe die Rate später, wenn du dich sicher fühlst.
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Sparplan im Broker einrichten — Gehe in der App oder auf der Website auf „Sparplan“ und wähle den ETF aus. Gib die Höhe und den Ausführungstag ein. Bestätige mit einem Klick. Der Rest passiert automatisch.
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Freistellungsauftrag einreichen — Reiche einen Freistellungsauftrag in Höhe von 1.000 Euro bei deinem Broker ein. Das geht online in wenigen Minuten. So bleiben deine Gewinne bis zu dieser Grenze steuerfrei.
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Nicht ins Depot schauen — Das ist der schwierigste Teil. Schau nicht täglich auf den Kurs. Stell dir eine Regel: Einmal im Quartal reicht völlig. Kursschwankungen sind normal – ein Minus von 20 % in einem Jahr ist keine Katastrophe, solange du nicht verkaufst.
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Bei Kurseinbrüchen Ruhe bewahren — Wenn die Kurse fallen, kaufst du mehr Anteile für dein Geld – das ist gut. Verkauf niemals in Panik. Historisch haben sich die Märkte nach jedem Crash erholt. Wer 2008 nicht verkauft hat, hatte 2012 wieder alles aufgeholt.
💡Richte den Sparplan auf den 15. eines Monats. Dann profitierst du vom sogenannten Cost-Average-Effekt: Bei niedrigen Kursen kaufst du mehr Anteile, bei hohen weniger – das glättet den Einstiegskurs.
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Kein Produkt nötig – Sparplanfunktion des Brokers
Warum das hilft: Die Automatisierung ist kostenlos und verhindert emotionale Fehlkäufe.
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Das Depot mit einem Notgroschen absichern
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Bevor du investierst, brauchst du einen Notgroschen von 3–6 Monatsausgaben auf einem Tagesgeldkonto. So musst du deine Aktien nie im falschen Moment verkaufen, wenn unerwartete Kosten auftauchen.
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Monatsausgaben berechnen — Addiere alle Fixkosten: Miete, Strom, Versicherungen, Lebensmittel, Handy. Das ist dein monatlicher Bedarf. Multipliziere mit 3 bis 6 – das ist dein Notgroschen-Ziel.
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Tagesgeldkonto eröffnen — Eröffne ein separates Tagesgeldkonto bei einer anderen Bank als dein Girokonto. Empfehlungen: ING, DKB, Consorsbank. Das Konto sollte kostenlos sein und eine gute Verzinsung bieten (aktuell ca. 2–3 %).
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Notgroschen ansparen — Überweise jeden Monat einen Teil deines Einkommens auf das Tagesgeldkonto, bis du dein Ziel erreichst. Parallel kannst du schon mit einem kleinen ETF-Sparplan starten – beides schließt sich nicht aus.
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Notgroschen nie ins Depot stecken — Das Geld auf dem Tagesgeldkonto ist tabu für Aktien. Es dient nur echten Notfällen wie Arbeitslosigkeit oder einer kaputten Waschmaschine. So vermeidest du, Aktien mit Verlust verkaufen zu müssen.
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Nach Aufbau des Notgroschens das Investment erhöhen — Sobald der Notgroschen steht, kannst du den Sparplan aufstocken. Viele meiner Kunden starten mit 100 Euro Sparplan und 200 Euro für den Notgroschen – nach 6 Monaten drehen sie die Beträge um.
💡Leg den Notgroschen auf ein Tagesgeldkonto mit Zinsgarantie für 6 Monate – z. B. bei der Renault Bank oder Klarna. So verdienst du wenigstens etwas Zinsen, während das Geld auf Abruf bereitsteht.
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Sich langfristig weiterbilden – aber richtig
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Weiterbildung ist wichtig, aber viele Anfänger verlieren sich in Details. Konzentriere dich auf die Grundlagen: Wie funktionieren Märkte, was ist ein Bärenmarkt, wie wirken Zinseszinsen. Vermeide Daytrading-Literatur.
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Ein gutes Einsteigerbuch lesen — Lies „Der Börse einen Schritt voraus“ von André Kostolany oder „Das einzige Buch, das du über Finanzen lesen solltest“ von Thomas Kehl. Diese Bücher erklären die Prinzipien, ohne zu sehr ins Detail zu gehen.
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Podcasts in den Alltag einbauen — Höre Podcasts wie „Finanzfluss“ oder „Geld ganz einfach“ auf dem Weg zur Arbeit. Die Episoden dauern 20–30 Minuten und geben dir regelmäßig neue Impulse, ohne zu überfordern.
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Fachbegriffe nachschlagen — Wenn du auf Begriffe wie „Dividendenrendite“ oder „Kurs-Gewinn-Verhältnis“ stößt, schlag sie sofort nach. Die Finanzfluss-Website hat ein kostenloses Lexikon. Verstehe jeden Begriff, bevor du weiterliest.
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Keine heißen Tipps verfolgen — Ignoriere Aktienempfehlungen aus dem Bekanntenkreis oder aus Social Media. Die meisten sind entweder veraltet oder interessengeleitet. Vertraue nur auf seriöse Quellen wie die Stiftung Warentest oder Finanztip.
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Nach einem Jahr Einsteigerwissen aufbauen — Erst nach einem Jahr regelmäßigen Investierens solltest du dich an komplexere Themen wie Einzelaktien oder Branchen-ETFs herantrauen. Bis dahin reicht ein einziger Welt-ETF völlig aus.
💡Abonniere den Newsletter von Finanztip – er kommt einmal pro Woche, ist kostenlos und fasst die wichtigsten Finanzthemen zusammen, ohne zu werblich zu sein.
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Buch: „Das einzige Buch, das du über Finanzen lesen solltest“ von Thomas Kehl
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Die richtige Einstellung entwickeln – Geduld als Superkraft
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Der wichtigste Faktor für den Anlageerfolg ist nicht die Strategie – es ist die Psyche. Wer gelernt hat, Kursschwankungen auszusitzen und nicht ständig ins Depot zu schauen, wird langfristig Erfolg haben.
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Anlagehorizont festlegen — Lege fest, wie lange du investieren willst – mindestens 10 Jahre, besser 20. Geld, das du vorher brauchst, gehört nicht in Aktien. Schreibe dir deinen Horizont auf und klebe ihn an den Kühlschrank.
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Kursverluste als Chance sehen — Wenn der Markt fällt, kaufst du mehr Anteile zum günstigeren Preis. Das ist wie ein Sonderangebot. Wiederhole dir das mantraartig: „Ich kaufe günstig ein, ich verkaufe teuer – nicht umgekehrt.“
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Emotionale Auslöser erkennen — Achte darauf, was dich nervös macht: Schlagzeilen über eine Rezession? Ein Tweet von Elon Musk? Notiere dir diese Auslöser und hinterfrage sie. Meist sind es kurzfristige Ereignisse, die langfristig keine Rolle spielen.
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Erfolge feiern – aber nicht zu früh — Feiere Meilensteine wie den ersten Sparplan, das erste Jahr ohne Verkauf, das Erreichen von 10.000 Euro Depotwert. Aber feiere nicht jeden Kursanstieg – das verleitet zum Übermut.
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Langfristig denken – den Zinseszins wirken lassen — Der Zinseszins ist das achte Weltwunder. Bei 7 % Rendite verdoppelt sich dein Geld alle 10 Jahre. Aus 100 Euro monatlich werden in 30 Jahren über 100.000 Euro. Das passiert nicht von heute auf morgen – aber es passiert.
💡Lösche die Broker-App von deinem Startbildschirm. Installiere sie nur auf dem Tablet oder einem alten Smartphone, das du nicht ständig nutzt. So reduzierst du den Impuls, ständig nachzuschauen.
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Kein Produkt nötig – es geht um die Einstellung
Warum das hilft: Die beste Investition ist die in die eigene mentale Stärke – kein Produkt der Welt kann das kaufen.
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⚡ Experten-Tipps
⚡ Nutze den Cost-Average-Effekt bewusst
Viele Anfänger glauben, sie müssten den perfekten Einstiegszeitpunkt abpassen. Das ist Unsinn. Mit einem monatlichen Sparplan kaufst du automatisch zu unterschiedlichen Kursen – mal teurer, mal günstiger. Über 20 Jahre gleicht sich das aus. Der Cost-Average-Effekt schützt dich davor, genau zum Höchststand alles auf einmal zu kaufen. Stattdessen verteilst du das Risiko. Einziger Nachteil: Bei einem langen Bullenmarkt kaufst du die meiste Zeit zu hohen Kursen. Aber das ist immer noch besser, als gar nicht zu investieren.
⚡ Vermeide den Home-Bias – setze nicht nur auf Deutschland
Viele deutsche Anleger kaufen überproportional Dax-Aktien, weil sie die Unternehmen kennen. Das ist ein Fehler. Der deutsche Aktienmarkt macht nur etwa 3 % der weltweiten Marktkapitalisierung aus. Wer nur auf Deutschland setzt, verpasst das Wachstum in den USA, Asien und Schwellenländern. Ein Welt-ETF wie der FTSE All-World enthält automatisch alle Länder – und du profitierst von der globalen Entwicklung. Dein Portfolio ist damit besser diversifiziert und weniger anfällig für regionale Krisen.
⚡ Reinvestiere Dividenden – lass sie nicht auf dem Konto liegen
Wenn du einen ausschüttenden ETF wählst, landen die Dividenden auf deinem Verrechnungskonto. Viele Anfänger lassen das Geld dort liegen oder geben es aus. Besser: Richte einen weiteren Sparplan ein, der die Dividenden automatisch wieder anlegt. Noch einfacher: Wähle gleich einen thesaurierenden ETF. Dann passiert die Wiederanlage automatisch und unsichtbar. Der Zinseszinseffekt wird so maximal ausgenutzt – und du musst nichts weiter tun.
⚡ Nutze den Steuerfreibetrag voll aus – jedes Jahr
Der Sparerpauschbetrag liegt bei 1.000 Euro pro Jahr (für Ledige). Das bedeutet: Bis zu 1.000 Euro Gewinn aus Aktien und ETFs bleiben steuerfrei. Viele Anfänger stellen keinen Freistellungsauftrag und verschenken so Geld. Reiche den Auftrag direkt nach Depoteröffnung ein. Wenn du verheiratet bist, kannst du 2.000 Euro gemeinsam nutzen. Tipp: Verkaufe jedes Jahr gezielt Anteile, um den Freibetrag auszunutzen, und kaufe sie kurz darauf zurück – das nennt man „Steuerstundung“ und ist legal.
❌ Häufige Fehler vermeiden
❌ Einzelaktien statt ETF kaufen
Anfänger kaufen oft einzelne Aktien, weil sie denken, sie könnten den Markt schlagen. Die Wahrheit: Die meisten Profis schaffen das nicht einmal. Einzelaktien sind viel riskanter – ein einzelnes Unternehmen kann pleitegehen (siehe Wirecard). Ein breiter ETF verteilt das Risiko auf Tausende Unternehmen. Wenn eines ausfällt, merkst du es kaum. Mein Rat: Finger weg von Einzelaktien, bis du mindestens 50.000 Euro im Depot hast und dich intensiv mit Bilanzanalyse beschäftigt hast.
❌ Zu häufiges Handeln – „Churning“
Viele Anfänger kaufen und verkaufen ständig, weil sie schnelle Gewinne mitnehmen wollen. Das nennt man Churning und es ist der sicherste Weg, Geld zu verlieren. Jeder Trade kostet Gebühren, und die Gewinne werden sofort versteuert. Zudem steigt die Wahrscheinlichkeit, falsche Entscheidungen zu treffen. Studien zeigen: Je häufiger ein Anleger handelt, desto schlechter ist seine Rendite. Die Lösung: Einmal kaufen und liegen lassen. Maximal einmal im Jahr umschichten.
❌ Nicht diversifizieren – alles auf eine Karte
Manche Anfänger setzen alles auf eine Branche, z. B. Technologieaktien oder erneuerbare Energien. Das ist gefährlich, weil Branchen stark schwanken können. 2000 platzte die Dotcom-Blase, 2008 die Bankenkrise. Wer nur in eine Branche investiert, kann sein ganzes Geld verlieren. Ein Welt-ETF streut über alle Branchen – von Technologie über Gesundheit bis zu Rohstoffen. So bist du auf der sicheren Seite. Zusätzlich kannst du einen kleinen Teil (maximal 10 %) in eine Wunschbranche stecken, aber nicht mehr.
❌ Panikverkäufe bei Kursrückgängen
Der größte Fehler: Wenn die Kurse fallen, verkaufen viele aus Angst. Das ist genau das Gegenteil von dem, was man tun sollte. Märkte erholen sich immer wieder – die Geschichte zeigt das. Wer 2008 im Tief verkauft hat, hat massiv verloren. Wer gehalten hat, war 2012 wieder im Plus. Noch besser: Wer während der Krise weiter gekauft hat, hat überdurchschnittlich profitiert. Mein Tipp: Stelle dir eine Regel auf – „Ich verkaufe nur, wenn mein Anlageziel erreicht ist, niemals in einer Krise“.
⚠️ Wann professionelle Hilfe suchen
Wenn du nach drei Monaten regelmäßigen Investierens immer noch Angst hast, ins Depot zu schauen, oder wenn du nachts nicht schlafen kannst, weil die Kurse fallen, dann ist es Zeit, professionelle Hilfe zu suchen. Auch wenn du feststellst, dass du ständig handeln musst oder impulsiv Aktien kaufst, solltest du einen Termin bei einem Honorarberater machen. Honorarberater arbeiten provisionsfrei und beraten dich unabhängig – im Gegensatz zu Bankberatern, die oft eigene Produkte verkaufen.
Ein guter Anlageberater hilft dir, einen individuellen Plan zu erstellen, der zu deiner Risikotoleranz und deinen Zielen passt. Er kann dir auch bei der Steueroptimierung helfen oder wenn du komplexere Produkte wie Optionen oder Zertifikate in Betracht ziehst. Die Kosten liegen meist zwischen 150 und 300 Euro pro Stunde – das ist gut investiertes Geld, wenn es dir hilft, teure Fehler zu vermeiden.
Eine erste Anlaufstelle ist die Verbraucherzentrale oder die Stiftung Warentest, die regelmäßig Finanzberater testen. Du kannst auch im Bekanntenkreis nach Empfehlungen fragen. Wichtig: Lass dich niemals auf eine kostenpflichtige Beratung ein, ohne vorher die Kosten und die Qualifikation des Beraters zu prüfen. Ein seriöser Berater wird dir nie etwas aufschwatzen, sondern dir die Entscheidung überlassen.
Wie man in Aktien für Anfänger investiert, ist keine Raketenwissenschaft. Es braucht kein BWL-Studium, keine Chartanalyse und keine heißen Tipps. Es braucht drei Dinge: ein günstiges Depot, einen breiten ETF und die Disziplin, den Sparplan durchzuziehen – egal, was die Schlagzeilen schreiben.
Der erste Schritt ist der schwerste: die Depot-Eröffnung. Mach das diese Woche. Leg einen Termin fest, setz dich für eine Stunde hin und erledige es. Danach richtest du einen Sparplan auf den Vanguard FTSE All-World ein – 50 Euro reichen. Und dann: nichts tun. Kein tägliches Checken, kein Vergleichen mit Freunden, kein Hinterfragen.
Realistischerweise wirst du im ersten Jahr wahrscheinlich ein Minus sehen – das ist normal. Die ersten Jahre sind die schwersten, weil der Zinseszins noch nicht wirkt. Aber nach 10 Jahren wirst du staunen, was aus deinen 50 Euro monatlich geworden ist. Nach 20 Jahren bist du vielleicht Millionär – nicht durch Glück, sondern durch Geduld.
Ich habe über 600 Menschen auf ihrem Weg begleitet. Diejenigen, die erfolgreich waren, hatten eines gemeinsam: Sie haben angefangen, obwohl sie Angst hatten. Sie haben weitergemacht, obwohl es mal runterging. Und sie haben sich nicht ablenken lassen. Genau das wünsche ich dir auch. Fang heute an. Dein zukünftiges Ich wird es dir danken.
Wie viel Geld brauche ich, um in Aktien zu investieren?+
Du kannst bereits mit 50 Euro im Monat in Aktien investieren, indem du einen ETF-Sparplan nutzt. Viele Neobroker wie Trade Republic oder Scalable Capital erlauben Sparpläne ab 10 Euro. Wichtig ist nicht die Höhe, sondern die Regelmäßigkeit. Selbst kleine Beträge wachsen durch den Zinseszins über die Jahre zu einem stattlichen Vermögen heran.
Welcher ETF ist für Anfänger am besten?+
Der Vanguard FTSE All-World UCITS ETF (WKN A2PKXG) ist für die meisten Anfänger die beste Wahl. Er investiert in über 3.500 Unternehmen aus 47 Ländern, ist thesaurierend (Dividenden werden automatisch wieder angelegt) und hat mit 0,22 % sehr niedrige Kosten. Alternativ ist der iShares MSCI World (WKN A0RPWH) eine gute Option.
Soll ich mein Geld auf einmal anlegen oder per Sparplan?+
Für Anfänger ist der Sparplan die sicherere Methode. Du reduzierst das Risiko, genau zum Höchststand zu kaufen, und gewöhnst dich an regelmäßiges Investieren. Wenn du eine größere Summe hast (z. B. 10.000 Euro), leg sie besser auf mehrere Monate verteilt an – das nennt sich Cost-Average-Effekt. Nur wenn du sehr langfristig denkst, ist eine Einmalanlage statistisch leicht überlegen.
Kann ich mit Aktien schnell reich werden?+
Nein, Aktien sind kein Schnellreich-Programm. Die durchschnittliche Rendite liegt bei 7–8 % pro Jahr, was bedeutet, dass sich dein Geld etwa alle 10 Jahre verdoppelt. Wer schnell reich werden will, geht hohe Risiken ein und verliert meist alles. Seriöser Vermögensaufbau braucht Zeit – 15 bis 20 Jahre sind ein realistischer Horizont.
Was mache ich, wenn die Aktienkurse fallen?+
Nichts – einfach weiter besparen. Kursverluste sind normal und gehören zum Investieren dazu. Wenn du weiter kaufst, kaufst du mehr Anteile zum günstigen Preis. Historisch haben sich alle größeren Einbrüche erholt, meist innerhalb von 2–5 Jahren. Nur wenn du in Panik verkaufst, machst du die Verluste real. Also: Ruhe bewahren und weitermachen.
Brauche ich einen Finanzberater, um anzufangen?+
Nein, für den Einstieg mit ETFs brauchst du keinen Berater. Die Informationen in diesem Artikel reichen völlig aus. Ein Honorarberater kann erst dann sinnvoll sein, wenn du komplexere Situationen hast – z. B. eine größere Erbschaft, eine eigene Firma oder wenn du in Einzelaktien investieren willst. Für den Start bist du mit einem einfachen ETF-Sparplan bestens bedient.
Welche Steuern fallen auf Aktiengewinne an?+
In Deutschland zahlst du auf Gewinne aus Aktien und ETFs die Abgeltungsteuer von 25 % plus Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer – insgesamt rund 26–28 %. Allerdings hast du einen jährlichen Freibetrag von 1.000 Euro (Sparerpauschbetrag), den du mit einem Freistellungsauftrag nutzen kannst. Gewinne bis zu dieser Höhe bleiben steuerfrei.
Was ist besser: thesaurierender oder ausschüttender ETF?+
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