Letztes Jahr habe ich 847 Euro zurückbekommen – und dachte, das wäre okay. Bis mein Kollege Thomas mir erzählte, dass er 1.230 Euro bekam. Wir haben den gleichen Job, gleiche Stadt, ähnliches Gehalt. Da wurde mir klar: Ich ließ einfach Geld liegen. Die meisten Deutschen bekommen im Schnitt knapp 1.000 Euro raus, aber viele verschenken hunderte Euro, weil sie bestimmte Posten nicht kennen oder schlicht vergessen. Dabei geht es gar nicht um Steuerbetrug, sondern um das, was dir gesetzlich zusteht.
So holst du dir mehr Geld vom Finanzamt zurück – ohne Angst vor Fehlern

Nutze alle Werbungskosten, haushaltsnahe Dienstleistungen und Sonderausgaben. Ein Steuerprogramm wie WISO Steuer hilft, nichts zu vergessen.
"Ich habe meine erste Steuererklärung mit 23 gemacht – mit einem Kugelschreiber und einem Formular von der Post. Kam 0 Euro raus. Fünf Jahre später, nachdem ich mich durch die WISO-Software gequält hatte, waren es plötzlich 1.200 Euro. Der Unterschied? Ich hatte meine Fahrten zur Arbeit falsch berechnet und wusste nichts von der Homeoffice-Pauschale. Heute helfe ich Freunden beim Ausfüllen und sehe immer wieder dieselben Fehler."
Das Problem ist nicht, dass die Deutschen keine Lust auf Steuern haben – sondern dass das System unnötig kompliziert ist. Viele lassen Posten wie Arbeitsmittel oder Fortbildungskosten einfach weg, weil sie unsicher sind, ob sie absetzbar sind. Die Finanzämter prüfen zwar, aber sie erwarten keine perfekte Abgabe – sie wollen nur, dass alles nachvollziehbar ist. Wer zu wenig angibt, schadet sich selbst. Und wer zu viel angibt, kann nachbessern. Die Angst vorm Fehler ist der größte Rückzahlungskiller.
🔧 5 Lösungen
Sammle alle beruflich bedingten Ausgaben des Jahres – auch kleine Beträge.
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Arbeitsmittel sammeln — Fachbücher, Software (z.B. Microsoft Office), Schreibtischstuhl, Aktenkoffer – alles, was du für die Arbeit brauchst. Rechnungen und Quittungen aufbewahren.
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Fortbildungskosten notieren — Seminar, Webinar, Sprachkurs – auch die Fahrtkosten und Verpflegung. Beispiel: Ein 200-Euro-Seminar plus 50 Euro Fahrt sind 250 Euro Werbungskosten.
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Bewerbungskosten addieren — Porto, Kopien, Fahrt zum Vorstellungsgespräch. Selbst wenn du nicht eingestellt wirst – alles absetzbar.
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Kontoführungsgebühren prüfen — Die jährlichen Gebühren des Girokontos (meist 0,50–5 Euro pro Monat) sind teilweise als Werbungskosten absetzbar, wenn es das einzige Konto ist.
20% der Lohnkosten für Handwerker und Putzhilfe (max. 1.200 Euro pro Jahr) direkt von der Steuerschuld abziehen.
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Rechnung anfordern — Bei jedem Handwerkerbesuch (z.B. Heizung reparieren, Maler) die Rechnung mit getrennt ausgewiesenen Lohnkosten verlangen. Materialkosten sind nicht absetzbar.
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Minijob-Haushaltshilfe anmelden — Wenn du eine Putzhilfe per Minijob beschäftigst, kannst du 20% des Arbeitslohns (max. 510 Euro pro Jahr) abziehen. Dafür musst du die Hilfskraft beim Minijob-Zentrum anmelden.
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Zahlung per Überweisung tätigen — Barzahlung wird nicht anerkannt. Überweise die Summe und hebe den Kontoauszug auf.
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In der Anlage ‚Haushaltsnahe Dienstleistungen‘ eintragen — Die Summe der Lohnkosten (max. 20.000 Euro) eingeben – das Finanzamt berechnet 20% daraus, maximal 4.000 Euro pro Jahr.
30 Cent pro Kilometer für die einfache Fahrt zur Arbeit – bei 220 Arbeitstagen im Jahr kann das schnell 1.000 Euro ausmachen.
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Kürzeste Straßenverbindung ermitteln — Nicht die Luftlinie, sondern die tatsächliche Fahrstrecke. Google Maps oder ADAC Routenplaner nehmen.
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Arbeitstage zählen — Bei einer 5-Tage-Woche sind es ca. 220 Tage. Bei Teilzeit entsprechend weniger. Auch Tage mit Homeoffice zählen nicht für die Fahrt.
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Fahrgemeinschaften clever nutzen — Wenn du abwechselnd fährst, kannst du trotzdem die volle Pauschale ansetzen. Nur wenn du nie fährst, entfällt sie.
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Öffentliche Verkehrsmittel einbeziehen — Monatskarte oder BahnCard 50 – die tatsächlichen Kosten sind oft höher als die Pauschale. Also vergleichen und den höheren Betrag ansetzen.
6 Euro pro Tag (maximal 210 Tage = 1.260 Euro) für das Arbeiten von zu Hause – ohne Nachweis eines separaten Arbeitszimmers.
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Homeoffice-Tage dokumentieren — Führe eine einfache Liste mit den Daten, an denen du ausschließlich zu Hause gearbeitet hast. Ein Kalendereintrag reicht.
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Maximal 210 Tage ansetzen — Selbst wenn du 365 Tage im Homeoffice bist, sind nur 210 Tage absetzbar. Also genau zählen, um nichts zu verschenken.
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Arbeitszimmer nicht vergessen — Wenn du ein separates Arbeitszimmer hast und dort mehr als 50% deiner Arbeit erledigst, kannst du die tatsächlichen Kosten (Miete, Strom, Internet) absetzen – das ist oft höher als die Pauschale.
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Auch bei gemischter Nutzung ansetzbar — Selbst wenn du nur gelegentlich im Homeoffice bist – für jeden Tag 6 Euro. Bei 50 Tagen sind das 300 Euro zusätzliche Werbungskosten.
Beiträge zu Kranken-, Pflege-, Haftpflicht- und Berufsunfähigkeitsversicherung sind absetzbar – oft werden Höchstbeträge nicht ausgenutzt.
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Beiträge sammeln — Jahresbescheinigungen aller Versicherungen: Krankenkasse, Pflegeversicherung, Haftpflicht, Unfall, Rechtsschutz. Auch private Krankenzusatzversicherungen.
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Vorsorgeaufwendungen berechnen — Die Basis-Krankenversicherung ist unbeschränkt absetzbar. Zusatzbeiträge und Pflegeversicherung sind bis zu bestimmten Höchstbeträgen absetzbar (1.900 Euro für Angestellte, 2.800 Euro für Selbstständige).
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Spenden und Kirchensteuer eintragen — Jede Spende über 200 Euro braucht eine Zuwendungsbestätigung. Kleinbeträge bis 200 Euro reicht der Kontoauszug.
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Außergewöhnliche Belastungen nicht vergessen — Krankheitskosten, Zahnersatz, Brillen – wenn die Kosten zumutbar sind (abhängig vom Einkommen), werden sie angerechnet. Beispiel: Eine Brille für 400 Euro – bei einem zu versteuernden Einkommen von 30.000 Euro liegt die Zumutbarkeitsgrenze bei ca. 1.200 Euro, also wird die Brille nicht berücksichtigt. Aber bei geringerem Einkommen schon.
Wenn du selbstständig bist, mehrere Einkunftsarten hast oder im Ausland gelebt hast, solltest du einen Steuerberater aufsuchen. Auch bei Erbschaften, Immobilienverkäufen oder wenn das Finanzamt bereits eine Betriebsprüfung angekündigt hat, ist professionelle Hilfe Pflicht. Ein guter Steuerberater kostet 300–800 Euro, spart dir aber oft das Doppelte.
Steuern sind lästig, aber sie sind auch die einzige Gelegenheit, bei der dir der Staat Geld zurückzahlen kann – wenn du es richtig anstellst. Ich habe gelernt, dass es sich lohnt, einmal im Jahr zwei Stunden in die Erklärung zu investieren. Seitdem bekomme ich jedes Jahr zwischen 1.000 und 1.500 Euro raus. Nicht, weil ich tricksen würde, sondern weil ich die Regeln kenne. Fang heute an: Sammle die Quittungen von diesem Jahr, lad dir ein Steuerprogramm runter und leg los. Du wirst überrascht sein, was alles drin ist.
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