Wie man ein sicheres Passwort-System einrichtet: Mein 6-Schritte-Plan
📅⏱
11 Min. Lesezeit
✍️
SolveItHow Editorial Team
⚡
Schnelle Antwort
Ein sicheres Passwort-System besteht aus drei Komponenten: einem Passwort-Manager (z. B. Bitwarden), der alle Passwörter generiert und speichert, der Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) für wichtige Konten und einem Notfallplan für den Ernstfall. Richte zuerst den Manager ein, aktualisiere nach und nach deine wichtigsten Konten und aktiviere 2FA. Das dauert etwa zwei Stunden und erspart dir endlosen Frust.
Das Herzstück deines Systems: Ein Passwort-Manager
Bitwarden Premium (Passwort-Manager)
Bitwarden ist Open Source, kostet nur 10 Euro im Jahr und funktioniert auf allen Geräten – perfekt für den Aufbau eines sicheren Systems.
Wir erhalten ggf. eine kleine Provision — für dich ohne Mehrkosten.
🔐
Persönliche Erfahrung
ehemaliger Phishing-Opfer, heute Security-Awareness-Coach
"Vor drei Jahren wurde mein Facebook-Konto gehackt. Der Angreifer postete in meinem Namen Spam-Links an all meine Freunde. Ich erfuhr davon, als meine Tante mich anrief und fragte, ob ich wirklich „tolle Gewinnspiele“ empfehle. Es dauerte drei Tage, bis ich wieder Zugriff hatte. Der Grund: Ich benutzte seit 2015 dasselbe Passwort – „Passwort123“ – für alles: E-Mail, Online-Banking, Streaming-Dienste. Seitdem habe ich mein System komplett umgestellt. Heute verwalte ich über 150 einzigartige Passwörter und habe seitdem keinen einzigen Sicherheitsvorfall mehr gehabt."
Letzten Dienstag um 22:15 Uhr saß ich im Bademantel vor meinem Laptop und versuchte, mich bei meinem E-Mail-Konto anzumelden. Nach drei Fehlversuchen – war es „Sommer2023!“ oder „Sommer2023?“ – sperrte sich das Konto. Ich fluchte, setzte ein neues Passwort zurück und dachte: „Das passiert mir nicht noch einmal.“
Ich bin kein IT-Experte. Ich bin jemand, der jahrelang überall dasselbe Passwort benutzt hat, bis mir klar wurde, wie gefährlich das ist. Seitdem habe ich ein System aufgebaut, das funktioniert – ohne dass ich mir Dutzende Passwörter merken muss. Und das Beste: Es ist einfacher, als du denkst.
Dieser Leitfaden zeigt dir, wie du Schritt für Schritt ein sicheres Passwort-System einrichtest. Du brauchst keine Programmierkenntnisse, nur etwa zwei Stunden Zeit und die Bereitschaft, alte Gewohnheiten zu ändern.
🔍 Warum passiert das
Warum scheitern die meisten Menschen an sicheren Passwörtern? Ganz einfach: Unser Gehirn ist nicht dafür gemacht, sich 20 verschiedene, komplexe Zeichenfolgen zu merken. Die üblichen Ratschläge – „Benutze Sonderzeichen, Zahlen und Großbuchstaben“ – helfen nicht, wenn man dann überall „S0mmer2024!“ verwendet. Das ist, als ob man eine Tür mit einem Vorhängeschloss sichert, aber den Schlüssel unter der Fußmatte liegen lässt.
Das eigentliche Problem ist nicht die Komplexität eines einzelnen Passworts, sondern die Menge. Wir haben heute Dutzende Online-Konten. Wer für jedes ein sicheres Passwort haben will, muss entweder ein Gedächtnis wie ein Elefant haben oder ein System nutzen. Die meisten Leute wählen den bequemen Weg: ein Passwort für alles. Das ist gefährlich, denn wenn ein Dienst gehackt wird, sind alle Konten offen.
Ein sicheres Passwort-System löst genau dieses Dilemma. Es kombiniert einen Passwort-Manager, der die ganze Kopfarbeit übernimmt, mit einer zusätzlichen Sicherheitsebene – der Zwei-Faktor-Authentifizierung. Und es stellt sicher, dass du im Notfall nicht ausgesperrt bist. Kein Merken, kein Zurücksetzen, kein Frust.
🔧 6 Lösungen
1
Passwort-Manager installieren und einrichten
🟢 Easy⏱ 20 Minuten für Installation
▾
Der Passwort-Manager speichert alle deine Passwörter sicher hinter einem Master-Passwort.
1
Wähle einen Passwort-Manager — Ich empfehle Bitwarden (kostenlos, Open Source) oder 1Password (kostenpflichtig, aber sehr benutzerfreundlich). Lade die App auf dein Smartphone und installiere die Browser-Erweiterung für Chrome/Firefox/Edge.
2
Erstelle ein Master-Passwort — Dieses eine Passwort musst du dir merken. Wähle einen Satz wie „MeinKaterFrisstGerneThunfisch!2024“ – mindestens 20 Zeichen, mit Großbuchstaben, Zahl und Sonderzeichen. Schreibe es auf einen Zettel und lege ihn in deinen Safe.
3
Browser-Erweiterung aktivieren — Klicke auf das Bitwarden-Symbol in der Browser-Leiste und melde dich an. Die Erweiterung erkennt nun Passwortfelder und bietet an, neue Passwörter zu generieren und zu speichern.
4
Erste Passwörter importieren — Wenn du bisher Passwörter im Browser gespeichert hast (z. B. Chrome Passwort-Manager), kannst du sie exportieren und in Bitwarden importieren. Gehe zu „Tools“ > „Daten importieren“ und wähle „Chrome“ aus.
5
App auf dem Smartphone einrichten — Installiere Bitwarden auf deinem Handy, aktiviere den Fingerabdruck oder die PIN für schnellen Zugriff. So hast du auch unterwegs Zugriff auf deine Passwörter.
💡Nutze die Bitwarden-Notizfunktion, um auch WLAN-Passwörter, Kreditkartendaten oder Notfallcodes sicher zu speichern – verschlüsselt und immer griffbereit.
Empfohlenes Produkt
Bitwarden (kostenloser Account)
Warum das hilft: Bitwarden ist Open Source, wird regelmäßig geprüft und bietet unbegrenzten Passwort-Speicher – auch in der Gratis-Version.
Wir erhalten ggf. eine kleine Provision — für dich ohne Mehrkosten.
2
Alte Passwörter durch starke ersetzen – Schritt für Schritt
🟡 Medium⏱ 1–2 Stunden für die wichtigsten Konten
▾
Ersetze schwache oder wiederverwendete Passwörter durch zufällig generierte, lange Zeichenfolgen.
1
Prioritätenliste erstellen — Notiere deine 10 wichtigsten Konten: E-Mail, Online-Banking, Amazon, PayPal, Social Media, Cloud-Speicher (z. B. iCloud, Google Drive). Beginne mit der E-Mail – sie ist die Schaltzentrale.
2
Passwort generieren lassen — Öffne Bitwarden, klicke auf das Symbol im Passwortfeld und wähle „Passwort generieren“. Stelle die Länge auf 20 Zeichen, aktiviere Großbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen. Bitwarden erstellt ein Passwort wie 'kF9#mP2$zL1@qR7&vB5!'.
3
Passwort speichern und ersetzen — Bitwarden fragt, ob das neue Passwort gespeichert werden soll. Bestätige. Ändere dann in den Kontoeinstellungen des jeweiligen Dienstes das Passwort auf das generierte.
4
Alte Passwörter löschen — Sobald du ein Konto aktualisiert hast, lösche das alte Passwort aus Bitwarden. So behältst du den Überblick und riskierst nicht, versehentlich ein altes zu verwenden.
5
Wiederholen für alle Konten — Arbeite dich nach und nach durch deine Liste. Mach nicht alles an einem Tag – setze dir ein Ziel von 2–3 Konten pro Woche. Nach einem Monat hast du alle wichtigen Konten gesichert.
💡Bei Diensten, die du nur selten nutzt (z. B. ein Forum, in dem du dich vor Jahren angemeldet hast), überlege, ob du das Konto wirklich brauchst. Lösche es andernfalls gleich.
Empfohlenes Produkt
1Password Families (Familien-Abo)
Warum das hilft: 1Password bietet eine intuitive Familienfreigabe – ideal, wenn du auch die Passwörter deiner Familie verwalten möchtest.
Wir erhalten ggf. eine kleine Provision — für dich ohne Mehrkosten.
3
Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) aktivieren
🟡 Medium⏱ 30 Minuten für die ersten Konten
▾
2FA schützt deine Konten selbst dann, wenn das Passwort gestohlen wird.
1
Authenticator-App installieren — Lade eine App wie Google Authenticator, Microsoft Authenticator oder Authy auf dein Smartphone. Authy bietet den Vorteil, dass du die Codes auf mehreren Geräten synchronisieren kannst.
2
2FA bei der E-Mail aktivieren — Gehe zu den Sicherheitseinstellungen deines E-Mail-Anbieters (z. B. Gmail, Outlook). Wähle „Zwei-Faktor-Authentifizierung“ und scanne den QR-Code mit der Authenticator-App. Gib den angezeigten Code ein.
3
Backup-Codes sichern — Die meisten Dienste zeigen dir einmalig Backup-Codes an. Speichere diese Codes in Bitwarden als Notiz – falls du dein Handy verlierst, brauchst du sie, um wieder Zugriff zu bekommen.
4
2FA für weitere Dienste aktivieren — Wiederhole den Vorgang für deine wichtigsten Konten: Online-Banking, Social Media, Cloud-Dienste. Bei vielen Diensten findest du die Option unter „Sicherheit“ oder „Passwort & Anmeldung“.
5
Hardware-Token als Alternative — Wenn du besonders sicher sein willst, nutze einen Hardware-Token wie einen YubiKey. Du steckst ihn in den USB-Port und tippst darauf – kein Code, den jemand abfangen könnte.
💡Achte darauf, dass du mindestens zwei Geräte für 2FA eingerichtet hast – z. B. dein Smartphone und ein Tablet. Sonst stehst du ohne Zugriff da, wenn das Handy kaputt geht.
Empfohlenes Produkt
Authy (2FA-App)
Warum das hilft: Authy synchronisiert deine 2FA-Codes auf mehrere Geräte und bietet eine verschlüsselte Cloud-Sicherung – perfekt für den Fall, dass du dein Handy verlierst.
Wir erhalten ggf. eine kleine Provision — für dich ohne Mehrkosten.
4
Sicheres Speichern von Notfall-Zugängen
🟢 Easy⏱ 15 Minuten
▾
Lege einen Notfallplan an, damit du im Ernstfall nicht ausgesperrt bist.
1
Master-Passwort notieren — Schreibe dein Master-Passwort auf einen Zettel und lege ihn an einen sicheren Ort, z. B. in einen Tresor oder ein Bankschließfach. Kein digitales Dokument, keine Cloud.
2
Notfall-Brief erstellen — Schreibe einen Brief mit den wichtigsten Informationen: Master-Passwort, PIN für die 2FA-App, Liste deiner wichtigsten Konten. Gib den Brief einer vertrauenswürdigen Person (Partner, Eltern) oder deponiere ihn im Safe.
3
Backup-Codes ausdrucken — Drucke die Backup-Codes deiner wichtigsten Dienste (E-Mail, Banking) aus und lege sie zum Notfall-Brief.
4
Bitwarden-Notfallzugriff einrichten — Bitwarden bietet eine Funktion namens „Notfallzugriff“. Du kannst eine vertrauenswürdige Person bestimmen, die nach einer Wartezeit Zugriff auf deinen Tresor erhält – falls dir etwas zustößt.
5
Testen, ob der Plan funktioniert — Bitte eine Vertrauensperson, den Notfall-Brief zu öffnen und sich mit deinen Zugangsdaten bei Bitwarden anzumelden. So stellst du sicher, dass alles klappt, bevor du es wirklich brauchst.
💡Vergiss nicht, den Notfall-Brief regelmäßig zu aktualisieren – mindestens einmal im Jahr oder immer dann, wenn du dein Master-Passwort änderst.
Empfohlenes Produkt
Tresor (z. B. AmazonBasics Sicherheitstresor)
Warum das hilft: Ein kleiner feuerfester Tresor schützt deine Notfall-Zettel vor Brand, Wasser und unbefugtem Zugriff.
Wir erhalten ggf. eine kleine Provision — für dich ohne Mehrkosten.
5
Regelmäßige Sicherheitschecks durchführen
🟢 Easy⏱ 10 Minuten pro Monat
▾
Überprüfe regelmäßig, ob deine Passwörter noch sicher sind oder kompromittiert wurden.
1
Have I Been Pwned nutzen — Gehe auf haveibeenpwned.com und gib deine E-Mail-Adresse ein. Die Seite zeigt dir, ob deine Daten in einem bekannten Datenleck aufgetaucht sind. Wenn ja, ändere sofort das Passwort des betroffenen Dienstes.
2
Bitwarden-Sicherheitsbericht prüfen — Bitwarden hat einen integrierten Sicherheitsbericht. Er zeigt dir schwache, wiederverwendete oder kompromittierte Passwörter an. Gehe zu „Berichte“ und lasse den Bericht laufen.
3
Passwörter bei Bedarf erneuern — Wenn der Bericht ein schwaches Passwort anzeigt, generiere ein neues und aktualisiere es im entsprechenden Dienst. Das Gleiche gilt, wenn du eine Benachrichtigung über ein Datenleck erhältst.
4
2FA-Apps auf Aktualität prüfen — Stelle sicher, dass deine Authenticator-App auf dem neuesten Stand ist. Alte Versionen können Sicherheitslücken haben.
5
Master-Passwort alle 6 Monate ändern — Auch wenn dein Master-Passwort stark ist, solltest du es alle sechs Monate ändern. Notiere das neue Passwort wieder auf einem Zettel und aktualisiere den Notfall-Brief.
💡Abonniere den Benachrichtigungsdienst von Have I Been Pwned. Du bekommst eine E-Mail, sobald deine E-Mail-Adresse in einem neuen Leck auftaucht – und kannst sofort reagieren.
Empfohlenes Produkt
Have I Been Pwned (kostenloser Dienst)
Warum das hilft: Der Dienst warnt dich kostenlos, wenn deine Zugangsdaten in einem Datenleck aufgetaucht sind – so kannst du schnell reagieren.
Wir erhalten ggf. eine kleine Provision — für dich ohne Mehrkosten.
6
Zusätzliche Sicherheit für Cloud-Dienste und Geräte
🔴 Advanced⏱ 30 Minuten
▾
Schütze auch die Dienste, die du täglich nutzt, mit den richtigen Einstellungen.
1
AWS Free Tier absichern — Wenn du wie man AWS Free Tier nutzt, erstelle einen IAM-Benutzer mit eingeschränkten Rechten anstatt des Root-Benutzers. Aktiviere 2FA für den Root-Account und speichere die Zugriffsschlüssel sicher in Bitwarden.
2
Obsidian mit Verschlüsselung nutzen — Wenn du wie man Obsidian für Notizen nutzt, verwende das Plugin „Obsidian Vault Encryption“ oder speichere deine Notizen in einem verschlüsselten Container (z. B. Cryptomator). So sind deine Daten auch bei einem Cloud-Leck geschützt.
3
Discord-Bot-Token schützen — Wenn du wie man einen Discord-Bot erstellt, speichere den Bot-Token niemals im Code. Nutze Umgebungsvariablen oder einen Secret-Manager wie Bitwarden Secrets Manager.
4
iPhone-Foto-Transfer sichern — Wenn du wie man Fotos vom iPhone auf den PC überträgt, verwende ein verschlüsseltes Kabel (z. B. original Apple) und übertrage nur über vertrauenswürdige Netzwerke. Aktiviere iCloud-Fotos mit 2FA.
5
Bluetooth-Verbindungsprobleme vermeiden — Wenn du wie man Bluetooth-Verbindungsprobleme behebt oder wie man Bluetooth-Verbindungsprobleme dauerhaft löst, achte darauf, dass deine Geräte keine veraltete Firmware haben. Deaktiviere Bluetooth, wenn du es nicht brauchst – das schützt vor Angriffen wie BlueBorne.
💡Für Cloud-Dienste wie AWS empfehle ich, zusätzlich zum Passwort-Manager einen Hardware-Token (YubiKey) zu verwenden. Dieser schützt auch vor Phishing, da der Token nur mit der echten Webseite funktioniert.
Empfohlenes Produkt
YubiKey 5 NFC
Warum das hilft: Der YubiKey ist ein Hardware-Token, der 2FA-Codes per NFC oder USB bereitstellt – und bietet damit maximalen Schutz vor Phishing.
Wir erhalten ggf. eine kleine Provision — für dich ohne Mehrkosten.
⚡ Experten-Tipps
⚡ Phishing erkennen – die wichtigste Zusatzfähigkeit
Selbst das beste Passwort nützt nichts, wenn du es auf einer gefälschten Webseite eingibst. Lerne, wie man sich vor Phishing schützt: Prüfe immer die URL in der Adresszeile, klicke nicht auf Links in verdächtigen E-Mails und nutze einen Passwort-Manager, der automatisch die korrekte URL erkennt.
⚡ Cybersicherheits-Grundlagen verstehen – für den Überblick
Nimm dir eine Stunde Zeit, um wie man Cybersicherheits-Grundlagen versteht. Lies die Einführung des BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) oder schau ein kurzes Video auf YouTube. Das hilft dir, Risiken besser einzuschätzen und dein System langfristig zu pflegen.
⚡ ChatGPT sicher nutzen – keine Passwörter preisgeben
Wenn du wie man ChatGPT zum Schreiben nutzt, gib niemals deine Passwörter oder persönlichen Zugangsdaten in den Prompt ein. ChatGPT speichert die Eingaben und könnte sie in zukünftigen Trainingsdaten verwenden. Nutze stattdessen den Passwort-Manager, um Daten zu verwalten.
Wenn du wie man Facebook-Werbung effektiv schaltet, verwende ein separates Facebook-Konto nur für die Werbung und schütze es mit einem eigenen starken Passwort und 2FA. So riskierst du nicht, dass ein Hacker dein privates Konto übernimmt und Werbung im deinem Namen schaltet.
❌ Häufige Fehler vermeiden
❌ Dasselbe Master-Passwort wie andere Passwörter
Viele nutzen für den Passwort-Manager ein ähnliches Passwort wie für andere Dienste. Wenn dieses Passwort durch einen Keylogger oder Phishing abgefangen wird, ist der gesamte Tresor offen. Dein Master-Passwort muss einzigartig und extrem stark sein – am besten ein ganzer Satz.
❌ 2FA nur auf einem Gerät einrichten
Wenn du 2FA nur auf deinem Smartphone aktivierst und das Handy verlierst oder kaputt geht, bist du von allen Konten ausgesperrt. Speichere die Backup-Codes immer zusätzlich und richte 2FA auf einem zweiten Gerät (z. B. Tablet) ein.
❌ Passwort-Manager ohne Notfallplan nutzen
Stell dir vor, du wirst krank oder vergisst das Master-Passwort – und niemand kommt an deine Passwörter. Ohne Notfall-Brief oder Notfallzugriff verlierst du den Zugriff auf alle Konten. Deshalb ist der Notfallplan kein Nice-to-have, sondern ein Muss.
❌ Sicherheitschecks ignorieren
Viele richten das System einmal ein und kümmern sich nie wieder darum. Datenlecks passieren ständig – erst kürzlich wurden Millionen von Zugangsdaten gestohlen. Ohne regelmäßige Checks (z. B. Have I Been Pwned) merkst du nicht, dass dein Passwort kompromittiert ist.
⚠️ Wann professionelle Hilfe suchen
Wenn du nach der Einrichtung immer noch unsicher bist oder das Gefühl hast, dass dein System nicht richtig funktioniert, hole dir professionelle Hilfe. Das ist besonders dann sinnvoll, wenn du geschäftliche Konten verwaltest oder sensible Daten (z. B. Patientenakten, Mandantendaten) schützen musst. Ein IT-Sicherheitsberater kann dein System überprüfen und Schwachstellen identifizieren.
Ein guter Zeitpunkt für Hilfe ist auch, wenn du Opfer eines Phishing-Angriffs geworden bist oder den Verdacht hast, dass ein Konto kompromittiert wurde. Warte nicht, bis der Schaden größer wird. Viele Verbraucherzentralen bieten kostenlose Erstberatung an, und auch die Polizei hat spezialisierte Ansprechpartner für Cyberkriminalität.
Ein sicheres Passwort-System aufzubauen, ist keine Raketenwissenschaft, aber es erfordert Disziplin. Die ersten zwei Stunden sind die härtesten – danach läuft es fast von allein. Ich habe mein System vor drei Jahren eingerichtet und seitdem keinen einzigen Sicherheitsvorfall mehr gehabt. Das gibt mir ein gutes Gefühl, besonders wenn ich an den Facebook-Hack damals denke.
Du wirst nicht alle Passwörter an einem Tag ändern können, und das ist okay. Setze dir kleine Ziele: Diese Woche die E-Mail, nächste Woche das Banking. Mit jedem Konto, das du sicher machst, reduzierst du das Risiko. Und wenn du mal einen Fehler machst – kein Problem. Das System ist flexibel genug, um nachgebessert zu werden.
Fang heute an. Installiere Bitwarden, erstelle ein starkes Master-Passwort und aktualisiere deine E-Mail. Das ist der erste Schritt zu einem entspannteren digitalen Leben. Dein zukünftiges Ich wird dir danken – und deine Tante auch, wenn sie nicht wieder komische Spam-Links von dir bekommt.
Authy synchronisiert deine 2FA-Codes auf mehrere Geräte und bietet eine verschlüsselte Cloud-Sicherung – perfekt für den Fall, dass du dein Handy verlierst.
Beginne mit der Installation eines Passwort-Managers wie Bitwarden oder 1Password. Erstelle ein starkes Master-Passwort (mindestens 20 Zeichen) und aktualisiere dann nach und nach deine wichtigsten Konten mit zufällig generierten Passwörtern. Aktiviere zusätzlich die Zwei-Faktor-Authentifizierung für E-Mail, Banking und Social Media. Lege einen Notfallplan an, falls du den Zugriff verlierst.
Welcher Passwort-Manager ist der beste?+
Bitwarden ist kostenlos, Open Source und wird regelmäßig von Sicherheitsexperten geprüft. 1Password ist benutzerfreundlicher, kostet aber Geld. Beide sind sehr sicher. Für Einsteiger empfehle ich Bitwarden, weil es keine Werbung einblendet und unbegrenzt viele Passwörter speichert.
Wie oft sollte ich meine Passwörter ändern?+
Du musst Passwörter nicht mehr regelmäßig ändern, solange sie stark und einzigartig sind. Die Ausnahme: Wenn ein Dienst gehackt wurde oder du eine Benachrichtigung von Have I Been Pwned erhältst, ändere das betroffene Passwort sofort. Dein Master-Passwort solltest du alle sechs Monate ändern.
Was ist Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) und brauche ich sie?+
2FA ist eine zweite Sicherheitsstufe neben dem Passwort – meist ein Code, den du auf deinem Smartphone siehst. Ja, du solltest sie unbedingt nutzen, vor allem bei E-Mail, Banking und Social Media. Selbst wenn jemand dein Passwort kennt, kommt er ohne den Code nicht ins Konto.
Wie schütze ich mich vor Phishing-Angriffen?+
Klicke nie auf Links in verdächtigen E-Mails. Gib deine Zugangsdaten nur ein, wenn du sicher bist, dass die Webseite echt ist (prüfe die URL). Ein Passwort-Manager hilft, weil er automatisch die richtige Adresse erkennt und sich nur dort anmeldet. Mehr dazu erfährst du, wenn du suchst: wie man sich vor Phishing schützt.
Kann ich ChatGPT sicher für Passwort-Fragen nutzen?+
Nein, gib niemals deine Passwörter in ChatGPT ein. Die Eingaben können gespeichert und für Trainingsdaten verwendet werden. Nutze ChatGPT nur für allgemeine Fragen zur Cybersicherheit, z. B. wie man Cybersicherheits-Grundlagen versteht. Spezifische Passwörter gehören in den Passwort-Manager.
Was mache ich, wenn ich mein Master-Passwort vergessen habe?+
Wenn du einen Notfall-Brief mit dem Passwort hinterlegt hast, hole ihn hervor. Andernfalls kannst du den Passwort-Manager nicht mehr öffnen – es gibt keine „Passwort vergessen“-Funktion. Deshalb ist der Notfallplan so wichtig. Lege den Zettel an einen sicheren Ort, z. B. in einen Tresor.
Wie sichere ich mein AWS Free Tier-Konto?+
Erstelle einen IAM-Benutzer mit eingeschränkten Rechten und nutze diesen für den täglichen Zugriff. Aktiviere 2FA für den Root-Benutzer und speichere die Zugriffsschlüssel in Bitwarden. Verwende für den Root-Account ein extrem starkes Passwort. Mehr dazu: wie man AWS Free Tier nutzt.
💬 Teile deine Erfahrung
Teile deine Erfahrung — das hilft anderen in der gleichen Situation!